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Die Angst der Börsen vor Bernankes Geld-Entzug ist übertrieben

Nichts bewegt die Aktienmärkte seit einigen Wochen so sehr wie Mutmaßungen, Erwartungen und Gerüchte über den Beginn des Einstiegs aus dem Ausstieg der ultraexpansiven amerikanischen Geldpolitik. Die Angst ist jedoch übertrieben – denn ein frühzeitiger allmählicher Entzug der Droge Liquidität ist allemal besser als ein zu später und plötzlicher. Die Börsen sollten deshalb gelassener auf eine Reduzierung der Anleihenkäufe durch die Fed reagieren.

Seitdem Notenbankchef Ben Bernanke Mitte Mai angedeutet hat, dass die Fed die monatlich bei derzeit 85 Milliarden Dollar liegenden Käufe von Staats- und Hypothekenanleihen schon in diesem Jahr nach und nach zurückfahren könnte, schauen die Anleger nur noch nach Signalen, wann dies passieren wird und in welchem Umfang. Jede Konjunktur- und Inflationszahl wird danach abgeklopft, ob sie für oder gegen ein frühes „Tapering“ spricht, wie die Amerikaner den Entzug nennen.

Eigentlich sollten die Märkte jedoch froh sein, wenn Bernanke, der seit dem Ausbruch der Finanzkrise im Zweifel immer stärker als erwartet gelockert hat, nun ans Ausschleichen denkt. Denn das würde er sicher nicht, wenn er weiterhin große Konjunktur- und Deflationsgefahren für die US-Wirtschaft wittern würde. Irgendwann muss die Fed zur Normalität zurückkehren. Und je eher sie damit beginnt, desto weniger schmerzhaft werden die Entzugserscheinungen für Unternehmen, Finanzwirtschaft und Börsen ausfallen. Zumal der Entzug durch die gleichzeitige Verbesserung der Wirtschaftslage viel nachhaltiger und gesünder ausgeglichen wird.

Die Kurse der US-Aktien sind, ebenso wie diejenigen der meisten anderen Börsen, durch die Liquiditätsflut ja nicht spekulativ aufgeblasen, sondern bewegen sich innnerhalb eines eher günstigen Bewertungsniveaus (siehe hierzu auch den Beitrag vom 4. Juni). Und die gesündere Konjunktur, die Bernanke annimmt, wird das ihre dazu beitragen, die Unternehmensgewinne weiter zu steigern und dadurch den Aktienkursen zusätzliches Potenzial zu verleihen. Die Anleger sollten deshalb gute Konjunkturmeldungen aus den USA nicht länger als Negativum betrachten, sondern so agieren wie in normalen Zeiten: Aktien kaufen.

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