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Kupferproduktion in Chile
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Metallpreise und Minenaktien im Höhenflug

Der steile Anstieg der Preise von Kupfer, Aluminium und Co. in den letzten Monaten zeigt, dass die Märkte von einem kräftigen weltweiten Konjunkturaufschwung 2021 ausgehen. Kein Wunder, dass angesichts der höheren Metallpreise die Minenaktien ebenfalls einen Höhenflug erleben.

Metallpreise und Minenaktien sind besonders konjunkturempfindlich

Kaum eine andere Branche reagiert so konjunktursensibel wie der Rohstoffsektor, und hier insbesondere die Industriemetalle. Im Blickfeld der Anleger steht dabei vor allem der Kupferpreis. Denn der gilt als vorzüglicher Konjunktur-Frühindikator, weil sich das rote Metall breite Anwendungsmöglichkeiten bietet. Das zeigt auch der Chart des World Economic Forum (WEF), der den Kupferpreis mit dem globalen Einkaufsmanagerindex vergleicht (siehe Grafik). Börsianer nennen Kupfer deshalb gern auch „Dr. Copper“. Denn sein Preisverlauf liefert oft bessere Voraussagen als so mancher Wirtschaftsforscher.

Globaler Einkaufsmanager-Index und Kupferpreis im Vergleich

In den letzten sechs Monaten sind die Kupferpreise um 32 Prozent nach oben geschnellt. Die Aluminium-Notierungen legten um 31 Prozent und der Eisenerz-Preis sogar um 40 Prozent zu. Damit haben die Industriemetalle den tiefen Preiseinbruch in den Frühjahrsmonaten mehr als wettgemacht. Auch gegenüber dem Jahresbeginn haben sich die Preise deutlich verteuert, bei Kupfer beispielsweise um 17 Prozent.

Chinas Konjunkturerholung gibt den Takt vor und sorgt für steigende Metallpreise

Der Boom der Industriemetalle wurde von China angestoßen. Das Riesenreich hat nach dem Ende der Corona-Maßnahmen viel Geld in die Wirtschaft gepumpt und damit die Konjunktur  schnell wieder ins Laufen gebracht. Und so wie es aussieht, wird China in diesem Jahr als einzige große Wirtschaftsnation eine positive Wachstumsrate erzielen – trotz des dramatischen Einbruchs des ersten Vierteljahrs. Für 2020 wird ein Wachstum von 8 Prozent bis 10 Prozent erwartet. Insbesondere der Industriesektor hat ein hohes Expansionstempo angeschlagen, auch weil Peking zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen eingeleitet hat. Verbunden ist das mit einer immensen Nachfrage nach Metallen. China verbraucht laut WEF rund die Hälfte der weltweiten Metallproduktion.

Auch in den meisten anderen Staaten erholt sich die Industrieproduktion seit dem Sommer deutlich. Daher bewegt sich die Nachfrage nach wichtigen Metallen inzwischen auf einem höheren Niveau als vor dem Corona-Ausbruch. Und wichtigen Prognosen zufolge wird sie vor allem wegen des starken China-Wachstums auch im Jahr 2021 weiter zulegen. Das treibt die Preise, zumal in einigen wichtigen südamerikanischen Metallproduzenten Streiks, politische Unruhen und Minenschließungen wegen der Coronakrise die Förderung dämpfen.

Minenaktien wie BHP, Rio Tinto, Vale und Glencore mit hohen Gewinnen

Vom Boom der Metallpreise haben auch die Aktien der großen Rohstoffkonzerne BHP, Rio Tinto, Vale und Glencore profitiert, deren Haupteinnahmequellen Metalle sind. In den letzten sechs Monaten stehen 8 Prozent bis 27 Prozent Kursanstieg zu Buche. Trotzdem sind die Aktien fundamental nach wie vor sehr günstig bewertet: Rio Tinto kommt auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gut 9 und eine erwartete Dividendenrendite von 6 bis 7 Prozent. BHP weist ein KGV von 12 und eine Dividendenrendite von knapp 6 Prozent auf, Glencore von 15 (KGV) und 5% (Dividendenrendite). Ein Sonderfall ist Vale. Der brasilianische Konzern sieht mit einem KGV von 6 und einer Dividendenrendite von 8 Prozent extrem billig aus. Allerdings kämpft das Unternehmen mit den Folgen eines desaströsen Dammbruchs der wichtigsten Eisenerz-Mine und gilt generell als großer Umweltsünder – was viele Anleger davon abhält, die Aktie ins Depot zu legen.

 

 

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