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3 Gründe für einen guten Börsensommer 2021 – und 3 dagegen

Seit rund zwei Monaten tritt der Dax unter dem Strich auf der Stelle. Und das obwohl immer deutlicher wird, dass die Impfkampagne nun auch in Deutschland läuft und das Coronavirus tatsächlich nach und nach eingedämmt wird. Anscheinend sind sich die Anleger nicht einig, wie die Wirtschaft und vor allem die Geldpolitik auf längere Sicht laufen wird. Denn es gibt viele gute Gründe an einen kräftigen Aufschwung auch im Börsensommer 2021 zu glauben, aber auch einige die dagegen sprechen.

+ Corona verliert seinen Schrecken

Darauf spekuliert die Börse seit einem Jahr: Dass die Covid19-Pandemie irgendwann einmal Geschichte ist. Und seit einigen Wochen ist klar: Die Impfungen wirken, Länder wie Großbritannien oder die USA können sich über niedrige Inzidenzen freuen und so gut wie alle Wirtschaftsbereiche wieder öffnen. Auch Deutschland kommt endlich voran. Die Öffnungen bedeuten aber einen Schub für Nachfrage, Wirtschaftswachstum und Unternehmensgewinne in all den Branchen, die am stärksten von den Beschränkungen betroffen waren: Reise, Gastronomie und Kultur.

Die Welt schaltet auf klimaneutral

Nach der Pandemie ist vor dem Umbau auf Klimaneutralität. Die USA, China, Europa – so gut wie alle großen Volkswirtschaften wollen ihre Wirtschaft umstellen. Das bedeutet billionenschwere Investitionen in neue Fahrzeuge, Filteranlagen, Energieinfrastruktur und Gebäude. Gut für die heimische Konjunktur: In vielen der besonders gefragten Branchen ist die deutsche Wirtschaft stark.

Auch im Börsensommer 2021 sind Aktien als Geldanlage fast alternativlos

Die Staatsschulden nach der Pandemie sind gigantisch, Zinserhöhungen würden viele Länder sehr schnell in echte Schwierigkeiten bringen. Die geldpolitischen Programme der Zentralbanken werden daher noch lange weiterlaufen, sprich ein Ende der Geldflut ist nicht absehbar. Das heißt positive Zinsen für Sparer zumindest in Euro werden noch weit über den Sommer 2021 hinaus ein Märchen aus vergangenen Tagen bleiben. Die Liquidität bleibt hoch und und wer positive Renditen sucht, kommt an der Börse kaum vorbei.

Alle Ampeln auf Grün also?

Nein, denn die schönen Aussichten für die Zeit nach Corona sind seit längerem bekannt und wohl zum großen Teil in den Kursen eingepreist. Dafür gibt es ein paar neue Entwicklungen, die zu einer echten Gefahr werden können.

Die Inflation kommt zurück

Das Thema hat das Potential, den Börsensommer 2021 zu verhageln: Die Angst vor Inflation und steigenden Zinsen. Denn einerseits haben viele Verbraucher in der Pandemie einiges an Geld gespart, das sie nun ausgeben wollen. Ein zusätzlicher Nachfrageschub, der die Preise tendenziell steigen lassen wird. Dazu kommt – und das ist noch besorgniserregender – eine deutliche Inflation bei den Rohstoffpreisen. Denn hiergegen sind fiskal- und geldpolitische Mittel zahnlos.

Die Schäden sind wohl größer als jetzt bereits sichtbar

Die dritte Welle der Covid19-Pandemie hat Europa noch einmal hart getroffen – auch wirtschaftlich. Im ersten Quartal 2021 stand wieder einmal ein Minus vor der Wachstumsrate und in Deutschland war der Rückgang mit 1,7 Prozent gegenüber dem Vorquartal besonders hoch. Optimisten verweisen darauf, dass das vor allem den Einschränkungen der Bewegungs- und Konsummöglichkeiten geschuldet sei und die könnten im Börsensommer 2021 Geschichte sein. Tatsächlich zeigen sich die Industrie und die Exporte vor allem ins Nicht-EU-Ausland auch bereits zum Jahresanfang robust.

Dennoch ist nicht ausgemacht, dass alle Bereiche der Wirtschaft mit den Lockerungen wieder voll anspringen können. Mehr als ein Jahr Pandemie haben wohl doch Strukturen beschädigt. So ist zum Beispiel der Ausbildungsmarkt regelrecht eingebrochen: In 2020/2021 gibt es zehn Prozent weniger Bewerber für Ausbildungsstellen als im Jahr zuvor. Ebenso ging die Zahl der Insolvenzen spürbar zurück. Das liegt aber vor allem an gelockerten Vorschriften. Experten warnen daher vor einer größeren Insolvenzwelle in absehbarer Zeit mit Folgen für den Arbeitsmarkt, Konsum und vor allem Kreditausfällen, die die Banken belasten. Die Angst vor einer neuen Bankenkrise könnte daher jederzeit aufflammen und den Börsensommer 2021 verderben.

Corona geht, die Schulden bleiben

1,32 Billionen Euro – so viel Schulden hat die Bundesrepublik Deutschland bisher für die Bekämpfung der Pandemie neu aufgenommen. Im Verhältnis zum BIP steig die Verschuldung daher von rund 60 auf etwa 75 Prozent. Das ist an und für sich nicht bedrohlich – nach der Finanzkrise lag die Quote bei über 80 Prozent. Sie konnte aber mit Hilfe von Steuereinnahmen und der Schwarzen Null Schritt für Schritt wieder gesenkt werden. Andere Länder – allen voran Griechenland – waren da aber weniger erfolgreich. Die Geschichte könnte sich wiederholen: Dass die Finanzmärkte schwache Länder attackieren und damit die Börse ins Trudeln bringen.

Viel potentielles Störfeuer im Börsensommer 2021

Grundsätzlich bleiben Aktien also attraktiv. Anleger sollten die Entwicklung der Inflation und der Wirtschaftslage aber genau im Auge behalten. Damit sie im Börsensommer 2021 im Zweifel nicht auf dem falschen Fuß erwischt werden.

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