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Neue Regeln für besseren Anlegerschutz lassen auf sich warten

Hinter den Kulissen werden seit kurzem neue Regelungen für die Finanzwelt diskutiert. Die bisher bestehende MiFID soll modernisiert, sprich an die sich ständig weiterentwickelnde Marktumgebung angepasst werden. Ziel ist, die Anleger besser zu schützen. Einige Ansätze in den Vorschlägen – denn mehr ist das bisher noch nicht – sind wirklich gut und sinnvoll, andere aber auch sehr umstritten.

Gut ist beispielsweise die Idee, dass Berater kenntlich machen sollen, ob sie abhängig oder unabhängig sind. Die klassischen Vertriebsbanken wehren sich dagegen. Wie wäre das auch, wenn der Bankberater auf seine Visitenkarte schreiben müsste „Abhängiger Berater“ oder „Verkäufer“? Wir dürfen gespannt sein, ob dieser Vorschlag am Ende auch umgesetzt wird. Denn europaweit versuchen Marktteilnehmer, Anlegerschützer und Lobbisten ihre Interessen durchzusetzen.

Auch Produktverbote werden diskutiert und sind nicht ausgeschlossen. Nach der aktuellen Vorlage könnte die europäische Wertpapieraufsichtsbehörde ESMA sowie die nationalen Aufsichtsbehörden Produktverbote aussprechen. Die Anbieter von strukturierten Papieren wie swapbasierten Exchange Traded Funds (ETFs) oder Zertifikaten wären davon betroffen, aber auch in der klassischen Lebensversicherung werden Derivate eingesetzt.

Wer an der Stelle weiterdenkt, stellt schnell fest: Produktverbote machen wenig Sinn. Was würde den Anlegern noch bleiben? Anleihen, Aktien, Festgeld und Fonds. Ein mageres Spektrum, bei dem klar ist, was die Berater – die sich dann hoffentlich ganz klar Verkäufer nennen – den Kunden dann andienen: Fonds mit hohen Ausgabeaufschlägen und Bestandsprovisionen.

Selbstentscheider und klassiche Onlinebrokerkunden müssen sich, wie es derzeit aussieht, aber keine Sorgen machen, dass ihnen die Politik den Zugang zu ihren Lieblingsprodukten wie Knock-outs, Discountzertifikaten, ect. verwehrt. Die Diskussionen konzentrieren sich auf das klassiche Beratungsgeschäft mit Bankkunden. Noch wird über die Vorschläge verhandelt und ein Ausgang ungewiss. Und bis zur Umsetzung wird ohnehin noch viel Zeit vergehen: Voraussichtlich werden MiFID II und die neue EU-Verordnung (MiFIR) erst 2014 in Kraft treten.

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