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Unternehmensgewinne 2020 entfachen farbenprächtiges Feuerwerk
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Unternehmensgewinne 2020 viel besser als erwartet

Die Unternehmensgewinne 2020 haben sich zu einem ganz wichtigen Motor des Börsenaufschwungs entwickelt. Sie sind im Schlussvierteljahr 2020 nämlich sowohl in den USA als auch in Europa viel besser ausgefallen als erwartet. Und die Ausblicke auf 2021 sehen ebenfalls prächtig aus.

Anfang dieses Jahres gingen die Aktienanalysten für die Unternehmensergebnisse des wichtigsten US-Börsenindex S&P 500 im Durchschnitt noch von einem dicken Minus von 10,3% aus. In den sechs Wochen seither, nachdem rund drei Viertel der Gesellschaften ihre Zahlen vorgelegt haben, ist aus dem Minus ein Plus von immerhin 3,4% geworden. So einen starken Umschwung gab es in der Historie der Wallstreet höchst selten. Das gleiche gilt für den Anteil der Aktiengesellschaften, deren Unternehmensgewinne 2020 über den durchschnittlichen Erwartungen der Analysten lagen: 82% der Firmen haben bessere Ergebnisse abgeliefert als erwartet. Das ist der dritthöchste Wert seit dem Jahr 2008, seitdem diese Daten ermittelt werden.

Unternehmensgewinne 2020 beflügeln Aussichten für 2021

Nicht nur die sehr gute Gewinnentwicklung im vierten Quartal hat die Zuversicht der Börsianer gestärkt, sondern auch die Ausblicke der Manager auf 2021. Sie fielen ebenfalls deutlich besser aus als zunächst angenommen worden war. Für dieses Jahr wird jetzt ein Gewinnplus des S&P 500 von 23,3% erwartet. Das Minus des gesamten Kalenderjahrs 2020 von rund 12% wird also den Prognosen zufolge bereits 2021 mehr als aufgeholt. Rekordgewinne sind in Sicht.

Nicht ganz so günstig, wenngleich ebenfalls besser als erwartet, sieht es in Europa aus. Der breite Index Stoxx Europe 600, der aus großen, mittleren und kleinen Aktiengesellschaften besteht und damit die Wirtschaftsstruktur ziemlich gut nachbildet, wartete im vierten Quartal 2020 bisher mit einem Gewinnrückgang um durchschnittlich 19,9 % auf. Doch noch Anfang dieses Jahres hatte das erwartete Minus noch minus 27% betragen. Das Minus könnte sich, ähnlich wie in den USA, noch etwas verringern, sobald mehr Unternehmen ihre Zahlen gemeldet haben. Bisher waren es erst knapp ein Viertel der Aktiengesellschaften. Immerhin zwei Drittel davon haben bereits Ergebnisse abgeliefert, die über den Analystenerwartungen lagen. In normalen Zeiten schafft das lediglich gut die Hälfte. Von den 16 im Index erfassten Ländern werden für fünf Staaten im Durchschnitt sogar Gewinnzuwächse erwartet – darunter für Deutschland mit +13,3%.

Ausblick auf Unternehmensgewinne auch in Europa sehr positiv

Auch in Europa ist der Ausblick der meisten Firmenchefs positiv. Analysten rechnen daher für das erste Vierteljahr 2021 mit einem satten Gewinnplus von 42%. Und im zweiten Quartal, das mit dem schlimmsten Corona-Quartal 2020 verglichen wird, wird sogar ein Zuwachs von 88% erwartet.

Die Gewinnentwicklung ist damit zu einer wichtigen Triebfeder des Optimismus der Anleger geworden. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass trotz der unerwartet guten Unternehmensgewinne 2020 und Gewinnausblicke die Bewertungen der Aktienmärkte sehr weit oberhalb der „normalen“ historischen Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGV) liegen. Beim S&P 500 beträgt das für 2021 erwartete durchschnittliche  KGV stolze 22,2. Der 10-Jahresdurchscnitt liegt mit 15,8 weit darunter. In Europa ist die Bewertung längst nicht so ambitioniert. Das KGV beträgt rund 16, das für Deutschland rund 15. Aber auch das ist historisch recht hoch.

Sehr hohe Aktienbewertungen, extrem niedrige Zinsen

Dass viele Anleger trotz dieser teuren Bewertungen weiterhin massiv Aktien kaufen, liegt vor allem an den extrem niedrigen Zinsen bzw. sogar Negativzinsen. Denn im Gegensatz zu Anleihen und anderen Zinsanlagen erwirtschaften Unternehmen real (also preisbereinigt) ansehnliche Gewinne. Das relativiert die hohen Bewertungen von Aktien – zumindest so lange die Unternehmensgewinne kräftig zulegen und die Zinsen niedrig bleiben.

Photo: Stern Foto erstellt von lifeforstock

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