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Kryptobörse Coinbase mit Überraschungen

Einen kleinen Seitenhieb leistet sich die Kryptobörse Coinbase beim Börsengang. „Crypto’s always open“, sprich Kryptowährungen werden rund um die Uhr gehandelt, wirbt sie bei der Einführung der Aktie an der Technologiebörse Nasdaq. Dort werden Geschäfte „nur“ von 9:30 Uhr bis 4:00 Uhr gemacht. Der Börsengang von Coinbase ist anders als üblich und auch die Aktie hat ihre Besonderheiten.

Kryptobörse Coinbase mit Class-A-Shares und Class-B-Shares

Die Käufer von Coinbase-Aktien haben begrenzte Rechte, denn Coinbase hat zwei unterschiedliche Aktienklassen. Class A-Aktien haben 1 Stimmrecht, während Class-B-Shares 20 Stimmrechte pro Aktie besitzen. So hat der Mitgründer und Vorstand Brian Armstrong mit seinen Class-B-Aktien 22 Prozent der Stimmrechte inne, Führungskräfte und Mitarbeiter besitzen 54 Prozent der Stimmrechte. Die Stimmrechte der freien Aktionäre sind hingegen laut MarketWatch auf 17 Prozent begrenzt. Mit dieser Quote sind sie de facto Geldgeber, können aber keinen Einfluss auf Unternehmensentscheidungen ausüben.

Horrende Marktbewertung

250 Dollar legte die Technologiebörse Nasdaq als Startwert für die Aktie zur Orientierung für die Investoren fest. Der erste Börsenkurs lag mit 386 Dollar gut 50 Prozent darüber. Das entspricht in etwa einer Marktkapitalisierung von 100 Milliarden Dollar, wie vor dem Börsengang spekuliert wurde. Das ist exorbitant. Die Kurse kletterten noch weit darüber hinaus, in der Spitze erreichte Coinbase 430 Dollar. Im Anschluss ging es aber abwärts bis auf 311 Dollar, am Ende des Handelstags war die Aktie 328 Dollar wert.

Kryptobörsen haben Wachstumspotenzial, doch Anleger sollten genau hinschauen, was sie kaufen. Coinbase schreibt zwar schwarze Zahlen und ist derzeit die größte Kryptobörse. Doch das ist nicht in Stein gemeißelt. Denn Coinbase ist kein Billiganbieter und die Konkurrenz schläft nicht. Laut MarketWatch kassierte Coinbase im vergangenen Jahr je Transaktion rund 0,57 Prozent Gebühren (Spread plus Abwicklungsgebühren). Wettbewerber wie Gemini, Bitstamp, Kraken, Binance, etc. wollen auch gern ein großes Stück vom Kuchen abbekommen und dürften mit aggressiven Konditionen um die Gunst der Kunden werben.

Coinbase wählte ein „Direct Listing“

Coinbase wählte für den Börsengang weder ein klassisches IPO noch ein SPAC, die derzeit besonders in Mode sind, sondern setzte auf ein ‚Direct Listing‘. Dabei beantragt das Unternehmen den Handel an der Börse, macht aber keine aufwändige Roadshow, um neue Aktien bei Investoren zu platzieren, sondern startet direkt mit dem Handel der Aktien. Interessenten können dann die Aktie direkt an der Börse erwerben.

Am Rande: Die Börsenglocke an der Technologiebörse Nasdaq wurde vom Coinbase-Firmensitz in San Francisco aus geläutet und der Countdown währte auch nicht die üblichen 30 Sekunden. Coinbase wählte 21 Sekunden, ein Symbol für die maximale Anzahl von 21 Millionen Bitcoin, die möglich sind.

Foto: davidvives90/pixabay

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