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Bitcoin oder Gold?
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Profitiert der Goldpreis von der Bitcoin-Schwäche?

Goldpreis und Bitcoin – der eine steigt, der andere fällt. Seit seinem Rekordhoch von 2072,50 US-Dollar je Feinunze vor neun Monaten hatte der Goldpreis deutlich verloren. Aber nun stehen die Chancen gut, dass der Trend beim Goldpreis wieder nach oben dreht. Derweil schwächelt Bitcoin.

Bewegung von Goldpreis und Bitcoin

Es ist frappierend: Gerade als der Goldpreis im August 2020 seinen Abstieg begann, starteten Bitcoin und andere Kryptowährungen so richtig durch – Bitcoin verteuerte sich von Ende Juli 2020 bis Anfang voriger Woche von gut 9000 US-Dollar auf bis zu knapp 65 000 US-Dollar – mehr als das Siebenfache. In den letzten Tagen hat er dann zeitweise fast so viel verloren, wie er vor neun Monaten gekostet hatte: es ging um 9000 US-Dollar auf gut 56 000 US-Dollar bergab. Der Goldpreis hat sich dagegen vom März-Tief von 1676 US-Dollar aus um über 100 US-Dollar verteuert. Vor allem seit voriger Woche ging es bergauf. Und das aus gutem Grund: China, der weltgrößte Abnehmer von Gold, hat deutlich höhere Goldeinfuhren genehmigt, weil die Nachfrage im Riesenreich zuletzt stark zugenommen hat. Allein im Februar haben sich die Verkäufe von Goldschmuck im Reich der Mitte nahezu verdoppelt.

Chinas Einfuhren von Gold steigen stark

Meldungen zufolge werden chinesische Importeure im April/Mai rund 150 Tonnen Gold im Wert von 8,5 Milliarden US-Dollar einführen. Das wäre mehr als in der gesamten Zeit zwischen den ersten Corona-Maßnahmen Chinas im Februar 2020 und dem März 2021. Die genehmigten Einfuhren von betrugen damals insgesamt nur 130 bis 140 Tonnen.

Der letzte große Aufschwung des Goldpreises hatte Mitte 2018 begonnen, als das edle Metall weniger als 1200 Dollar gekostet hatte. Innerhalb von zwei Jahren legte die Goldnotierung dann um fast 80% zu. In dieser Phase sackte der Bitcoin-Kurs von rund 18 000 Dollar auf zeitweise weniger als 5000 Dollar ab. Manche Experten führen diese gegenläufigen Bewegungen darauf zurück, dass Gold und Kryptowährungen von Anlegern, die den traditionellen Währungen misstrauen, als Alternativen angesehen werden. Und in dieser Funktion als Hauptkonkurrenten betrachtet werden.

Verkaufswelle bei Gold-ETF ist abgeebt

Aber zurück zum Goldpreis. Es sind nicht nur die absehbar deutlich höheren Käufe Chinas, die für einen neuen Aufschwung sprechen. Auch in Indien, dem traditionell zweitgrößten Gold-Nachfrageland der Welt, ziehen die Käufe wieder an. Allerdings weniger stark als in China, weil Indien mit einer neuen Corona-Welle kämpft. Und auch in den Industriestaaten lockt der gefallene Goldpreis wieder zunehmend Käufer von Barren und Münzen an. Hinzu kommt, dass Notenbanken, die Gold als Teil ihrer Währungsreserven betrachten, nach einem Jahr Corona-Pause wieder mehr Gold kaufen. Allerdings ist bei einer immer wichtiger werdenden Käufergruppe die Lust am Goldkauf noch relativ gering ausgeprägt: Bei den Gold-ETF, dem bedeutendsten Instrument für Anlegerkäufe. Nach den Rekordzuflüssen bis Mitte 2020 haben Investoren massiv Gold-ETF verkauft. Erst im Verlauf des März hat sich die Lage stabilisiert, und in den letzten Tagen gab es sogar wieder Netto-Goldkäufe von ETF.

Foto:  John Cameron on Unsplash

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