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ETP versus ETF: Streit um die Bezeichnung

Hinter den Kulissen brodelt es schon lange, welche Investments als ETF (Exchange Traded Funds) bezeichnet werden dürfen. Die großen US-Anbieter wollen ein neues System durchsetzen. Anleger sollen – ähnlich wie bei Nahrungsmitteln – sofort wissen, was sie kaufen. Denn nicht alle ETF bilden einfach nur den Index ab. Ist das nicht der Fall, sollten sie besser ETP heißen, so die Forderung.

Die anfängliche Idee von John C. Bogle, einfach die Aktien eines Index zu kaufen, war genial. Er ärgerte sich, dass seine Fondsmanager es nicht schafften, eine bessere Perfomance als der Index zu erwirtschaften. Und so entstand der erste Indexfonds – das war 1976. Inzwischen wurde das Geschäft um die Indexfonds weiterentwickelt, es entstand eine gigantische Industrie. Weltweit investierten Anleger rund 4 Billionen Dollar in ETF.

Doch längst bilden nicht mehr alle ETF einfach einen Index nach, wie das bei Bogle und lange Zeit bei Indexfonds der Fall war. Das trifft zwar auf sehr viele und vor allem die großen ETF zu, doch im Laufe der Zeit wurden auch Unterarten kreiert, die ganz anders funktionieren. So gibt es zum Beispiel ETF mit Hebelwirkung, die die tägliche Kursbewegung eines Index doppelt, dreifach, vierfach, etc. nachvollziehen oder welche, die von fallenden Kursen profitieren. Anleger können aber auch auf Volatilitätsindizes oder Rohstoffe, denen Terminkontrakte zugrunde liegen, spekulieren. Manche davon sind als Fonds, manche als Anleihen konstruiert, werden aber der Einfachheit halber aber oft nur ETF genannt.

Der Begriff ETP würde für Klarheit sorgen

Die Risiken dieser Papiere sind jedoch ganz andere als bei einem klassischen ETF auf einen Aktienindex wie S&P oder MSCI World. Daher fürchten vor allem die großen ETF-Anbieter einen Imageschaden für die Branche, wenn die Papiere nicht deutlicher klassifiziert werden. Sechs Anbieter (BlackRock, State Street Global Adivsors, Charles Schwab, Vanguard, Fidelity und Invesco), forderten daher die großen US-Börsen auf, den Begriff ETF stärker einzugrenzen. Die sechs Anbieter verwalten drei Viertel der weltweit investierten Gelder in börsengehandelten Indexprodukten.

In Deutschland unterscheiden zwar die Börsen meist auf ihren Internetseiten zwischen ETF und ETN (Exchange Traded Notes) oder ETC (Exchange Traded Commodity). In den Marktberichten und Publikationen wird aber meist ETF als Oberbegriff verwendet. Viel klarer wäre ETP für Exchange Traded Products.

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