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20 Jahre ETF: Lieblingspapiere feiern Geburtstag

20 Jahre ETF – das ist erstaunlich. Vor 20 Jahren wurden in Deutschland die ersten börsengehandelten Indexfonds eingeführt. Leider können noch immer viele Privatanleger mit dem Begriff ETF – er steht für Exchange Traded Funds – wenig oder gar nichts anfangen. Doch das ändert sich. Seit einigen Jahren werden sie zunehmend populär.

20 Jahre ETF in Deutschland – Vorbild USA

Schon die Geburt der ETF, die erstmals am 11. April 2000 an der Börse Frankfurt gehandelt wurden, war ein langwieriger Prozess. Rund zwei Jahre haben Experten an der Konstruktion gearbeitet, bis es soweit war. Dabei waren die Papiere in den USA längst ein Riesenerfolg – und sind es heute weltweit. Hierzulande werden inzwischen mehr als 1500 ETF angeboten und rund 11 Milliarden Euro durchschnittlich im Monat auf der vollelektronischen Handelsplattform Xetra umgesetzt, so die Deutsche Börse. Vornehmlich handeln hier jedoch die Profis.

Dass es so lange gedauert hat, ist vor allem der klassischen Fondsindustrie geschuldet. Denn Fondsgesellschaften, die primär aktiv gemanagte Fonds offerieren, hatten und haben kein Interesse an der passiven Konkurrenz. Als „passiv“ werden ETF bezeichnet, da sie eins zu eins dem Index folgen, sich also genau wie dieser entwickeln. Dagegen entscheidet im aktiven Fondsmanagement ein Manager, welche Wertpapiere ins Portfolio kommen.

Immer mehr Privatanleger entdecken Exchange Traded Funds

Privatanleger, vor allem gut informierte Selbstentscheider, finden mehr und mehr Gefallen an den Papieren, die einen Index nachbilden und sich wie dieser entwickeln. Denn im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds zahlen Anleger nur einen Bruchteil der Gebühren und erzielen im langfristigen Vergleich meist eine deutlich bessere Performance als mit aktiv gemanagten Fonds.

Wenig bekannt hingegen sind Exchange Traded Funds bei Privatanlegern, die auf eine Bankberatung vertrauen. Dort werden die Papiere in der Regel nicht angeboten. Klassische Filialbanken haben kein Interesse am Vertrieb von ETF, denn aufgrund der niedrigen Gebühren bleibt für die Bank bei ETF kaum etwas hängen. Beim Kauf oder Verkauf verdient die Bank nämlich nur an den Börsengebühren, während sie bei einem aktiv gemanagten Fonds einen Teil des Ausgabeaufschlags erhält, der bei einem Aktienfonds 3-5 Prozent beträgt. Hinzu kommen ansehnliche jährliche Bestandsprovisionen. Anleger bezahlen an jährlichen Gebühren für einen klassischen Aktien-ETF auf einen Index wie DAX, Euro Stoxx oder MSCI World rund 0,2 Prozent jährlich. Aktiv gemanagte Aktienfonds hingegen berechnen mit 1,5 bis 2 Prozent jährlich ein Vielfaches davon.

Im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds sind ETF die bessere Wahl. Unter Berücksichtigung aller Kosten und Gebühren schneiden sie nämlich langfristig deutlich besser ab, als aktiv gemanagte Fonds. Grob kann man sagen, rund drei Viertel der aktiv gemanagten Fonds erzielt dauerhaft keine besseren Ergebnisse als der Vergleichsindex. Lohnenswert ist ein Blick auf eine Internetseite des Indexanbieters Standard&Poor’s. Hier veröffentlicht S&P für eine Reihe von Indizes die Vergleichsdaten von aktiv gemanagten Fonds gegenüber dem Index. Die Zahlen sprechen für sich!

Nach 20 Jahren ETF zünden wir eine Geburtstagskerze an und hoffen, dass mehr und mehr Anleger den Weg zu kostengünstigen Anlagen finden. Wer mehr über ETF und deren Einsatzmöglichkeiten erfahren möchte, bestellt unser  Buch „Anlegen mit ETF“, das bei Stiftung Warentest erschienen ist.

Foto: Gerhard G./pixabay.com

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