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Die Deutschland-Rente könnte bald kommen
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Deutschland-Rente statt Riester-Rente?

Zur Altersvorsorge wird auf dem Bundesparteitag der CDU ein brisanter Antrag eingebracht: Den Bundesbürgern soll für die Altersvorsorge ein staatlich organisiertes Standardprodukt zur Verfügung gestellt werden, das sich an der so genannten Deutschland-Rente orientieren könnte. Dabei sollen, anders als bei der Riester-Rente, die seit der Nullzinsphase vielfach nahezu ertragslos geworden ist, sollen kostspielige Kapitalgarantien entfallen. Außerdem sollen die Verwaltungskosten minimal ausfallen, und der Anlageschwerpunkt soll auf Aktien-ETF liegen. Klar, dass die Finanzbranche das gerne verhindern will.

Deutschland-Rente könnte Wirklichkeit werden

Die Idee von der Deutschland-Rente ist bereits vier Jahre alt. „einfaches, kostengünstiges und transparentes Standardprodukt“ Jetzt könnte es vielleicht bessere Chancen haben. Die drei Minister kritisierten die komplizierten Regeln, die hohen Kosten und die geringe Rendite der Riester-Rente und schlugen vor, es durch ein „einfaches, kostengünstiges und transparentes Standardprodukt“ zu ersetzen. Die Beiträge dazu sollen, so der CDU-Antrag, für alle Arbeitnehmer verpflichtend sein, und der jeweilige  Arbeitgeber sollte sie an die Deutsche Rentenversicherung überweisen. Alternativ kann der Arbeitnehmer auch ein Investmentprodukt seiner Wahl besparen.

Die Deutschland-Rente mit Aktien-ETF könnte die Altersvorsorge lukrativer machen

Die Deutsche Rentenversicherung verwaltet die Gelder aber nicht selbst, sondern leitet sie an einen Deutschland-Fonds weiter. Er wäre als Sondervermögen konzipiert und damit vor staatlichem Zugriff gesichert. Dieser Fonds soll zu Selbstkosten operieren, keinen Ausgabeaufschlag verlangen und die jährlichen Verwaltungskosten auf 0,2% beschränken. Das Anlegergeld wandert zu einem großen Teil in Aktien. Daher ist klar: Die Deutschland-Rente mit Aktien-ETF könnte die Altersvorsorge lukrativer machen

Vorbild Schweden

Das Modell orientiert sich am Beispiel Schwedens. Dort hatten die Arbeitnehmer, die 2,5% ihres Bruttoeinkommens einzahlen müssen, die Wahl zwischen 850 Fonds-Angeboten. Da sie viel zu oft die falschen wählten, hat die Regierung 2010 zusätzlich einen staatlich verwalteten Standardfonds eingeführt mit dem schönen Namen AP7. Er besteht aus einem Aktien- und einem Rentenfonds. Bis zum Alter von 55 Jahren wird das Geld voll im Aktienfonds investiert, anschließend ein wachsender Teil in den Rentenfonds, damit die Arbeitnehmer bei Rentenbeginn den Großteil ihrer angehäuften Erträge sicher haben. Inzwischen ist weit über die Hälfte der Beiträge in diesem AP7 angelegt – und das zu extrem niedrigen Kosten vorn 0,1% jährlich. Denn die Gelder stecken überwiegend in kostengünstigen ETF.

Was für die Arbeitnehmer gut ist, ist jedoch für die Finanzbranche ein Albtraum. Ihr würden mit einem Standardprodukt erhebliche Erträge entgehen. Deshalb stellen heute Vertreter der Versicherung-, Fonds- und Bausparbranche dem Kanzleramt und den Ministerien einen gemeinsamen Gegenentwurf zur Deutschland-Rente vor. Es wird spannend, ob ihre Lobby-Arbeit Früchte trägt und die CDU von ihrem Antrag zur Deutschland-Rente abhält und Sand in ein mögliches Gesetzgebungsverfahren streut.

 

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