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Zinssenkung – Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die Konjunktur in Euroland steht am Rande der Rezession, die Inflationsraten sinken deutlich und die Geldmenge wächst nur leicht – das ist genau der Stoff, aus dem Leitzinssenkungen gemacht werden. Deshalb spricht fast alles dafür, dass die EZB in der nächsten Woche erstmals die Null vor dem Komma beschließen wird.

Aber wenn schon, denn schon. Statt des erwarteten Trippelschritts um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent sollten Europas Währungshüter am 5. Juli den großen Schritt wagen und den Zinssatz gleich auf 0,5 Prozent halbieren. Nur so lässt sich ein spürbarer Effekt erzielen, nur dann werden die Märkte beeindruckt sein. Den Spielraum dazu hat die EZB allemal. Denn der Inflationsdruck lässt spürbar nach, mit Teuerungsraten von unter zwei Prozent in mehreren Euroland-Staaten (wie Deutschland mit 1,7 Prozent) und einer zügig auf 2,0 Prozent sinkenden Inflationsrate für das gesamte Währungsgebiet.

Da die Finanzpolitik wegen des Abbaus der Neuverschuldung noch auf Jahre hinaus dämpfend auf Konjunktur und Inflation wirken werden, muss die Geldpolitik notgedrungen in die Bresche springen. Und da sind Zinssenkungen allemal besser und langfristig risikoloser als die Wiederaufnahme von Käufen südeuropäischer Staatsanleihen durch die EZB, also die direkte Finanzierung von Staatsschulden durch die Notenpresse.

Auch wenn die Notenbank den Leitzins nur auf 0,75 Prozent reduzieren sollte, was die Mehrheit der Experten erwartet, wird das die ohnehin mickrigen kurzfristigen Zinsen noch weiter drücken. Ob allerdings die Schmerzgrenze schon erreicht wird, ab der Anleger Zinssparen als witzlos ansehen und lieber konsumieren oder in risikobehafterer Anlagen wie Aktien wechseln, ist unwahrscheinlich. Dafür bedarf es vermutlich schon eines großen Zinsschritts. Und den sollte die EZB wagen.

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GeldanlagePolitik
1Kommentar
  1. Der so genannte “Leitzins” der Zentralbank einer Zinsgeld-Ökonomie ist nur ein behelfsmäßiges Instrument zur “Steuerung der schleichenden Inflation an der langen Leine” und hat praktisch keinen Einfluss auf den Kapitalmarktzins. Dieser ergibt sich aus der Sachkapitalknappheit.

    Wird über einige Jahrzehnte, solange die Volkswirtschaft noch wachsen kann, an der Vermehrung von Sachkapitalien (Häuser, Fabriken, etc.) gearbeitet, sinkt aufgrund marktwirtschaftlicher Konkurrenz der Kapitalmarktzins, was an sich positiv ist, weil dadurch die Arbeitslöhne steigen. Weil aber ein a priori fehlerhaftes Geld mit parasitärer – der wesentlichen Tauschfunktion widersprechenden – Wertaufbewahrungsfunktion (Zinsgeld) nur gegen eine Liquiditätsverzichtsprämie (Urzins) mittel- bis langfristig verliehen und somit in Sachkapital investiert werden kann, aus dem jegliche Wertschöpfung und auch der Urzins erarbeitet werden, wird nicht mehr investiert, sondern nur noch spekuliert, wenn der Zinsfuß auf die Liquiditätspräferenzgrenze von etwa 3 Prozent absinkt (der Anstieg des Zinsfußes etwa in Griechenland ist allein auf einen überproportionalen Anstieg der Risikoprämie zurückzuführen, während die Liquiditätsverzichtsprämie weiterhin sinkt). Dann kommt es zu der von Keynes beschriebenen Liquiditätsfalle – und am Ende zur globalen Liquiditätsfalle!

    opium-des-volkes.blogspot.de/2011/07/was-passiert-wenn-nichts-passiert.html

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