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Mit ETF lässt sich auch mit wenig Geld auf Dauer ein kleines Vermögen ansparen
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Weltspartag oder Tag der Aktie? Investieren ist das neue Sparen

Auch wenn Corona beim Weltspartag und am Tag der Aktie als Spaßbremse wirkt: Viele Kinder werden es sich heute nicht nehmen lassen, mit ihren Eltern in Banken oder Sparkassen zu gehen, um ihr Sparschwein zu leeren – und vielleicht Buntstifte oder Spielzeug als Rendite einzuheimsen, wenn es schon kaum mehr Zinsen gibt. Doch viel besser wäre es, wenn viele Eltern den heutigen Tag zum Anlass nähmen, einen ETF-Sparplan für ihre Kinder abzuschließen.

Weltspartag und Tag der Aktie fallen auf denselben Tag

Was ist denn nun heute? Weltspartag oder „Tag der Aktie“? Ganz einfach: beides! Der Weltspartag hat seine Wurzeln bekanntlich bereits in den 1920er Jahren. Den Tag der Aktie veranstalten die Deutsche Börse und einige Onlinebroker wie Consorsbank, comdirect & Co. heute zum sechsten Mal, aber zum ersten Mal fallen beide Aktionen auf denselben Termin. Damit möchten Börse und Broker „auf die Bedeutung der Aktie als Instrument zur Altersvorsorge aufmerksam machen und das Finanzwissen stärken“. Die Beteiligten verweisen zurecht darauf, dass die Zinsen auf das Ersparte auf Sparbuch oder Girokonto derzeit minimal sind. Noch dazu verliert das Geld wegen der Teuerung an Kaufkraft. Wer langfristig Vermögen für sich oder seine Kinder aufbauen möchte, kommt daher am Aktiensparen nicht vorbei. „Mit Aktien spart es sich am Weltspartag noch ein Stück besser. Investieren ist schließlich das neue Sparen“, sagt Christine Bortenlänger, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts.

Breit gestreut mit ETF-Sparplänen für Kinder sparen

Doch was die Deutsche Börse und die am Tag der Aktie ebenfalls beteiligten Broker als Lösung des Problems anbieten, ist bei genauerem Hinsehen nach meiner Meinung eher ein Marketing-Gag als eine sinnvolle Anlagestrategie. Denn Anleger können dort heute zwar alle 30 DAX-Aktien und auch einige DAX-ETF bei einem Auftragsvolumen von mehr als 1000 Euro ohne Entgelt der Börse kaufen, und teilnehmende Broker ermöglichen gebührenfreie Kaufaufträge.

Doch viel besser geeignet für den langfristigen Vermögensaufbau wäre ein ETF-Sparplan auf einen international breit gestreuten, bekannten Aktienindex wie zum Beispiel den MSCI World Index. Auch internationale Nachhaltigkeitsindizes  wie der MSCI World SRI (das steht für Socially Responsible Investment) kommen dafür am besten in Frage. Doch solche Produkte stehen am Tag der Aktie nicht im Fokus, die müssen sich Eltern für ihre Kinder selbst heraussuchen. Wie sie dabei vorgehen, erfahren Sie zum Beispiel in unseren Büchern wie  „Geld Anlegen mit ETF“ oder dem in Kürze erscheinenden Buch „Die Finanztest-Strategie“.

„Am Weltspartag werden die Kinder zum Sparen animiert und alle anderen ans Sparen erinnert. Das ist wichtig und richtig. Ein finanzielles Polster für Notfälle oder zur Erfüllung eines lang gehegten Traums sollte jeder besitzen. Wer jedoch langfristig denkt und Vermögensaufbau und Altersvorsorge im Blick hat, muss umdenken. Wertpapier-Sparpläne jeder Art sind dann die bessere Alternative zum Sparbuch-Sparen“, sagt auch Christine Bortenlänger, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts. „Nutzen wir den Weltspartag um für uns, unsere Kinder oder Enkelkinder ein Wertpapier-Depot anzulegen! Ein Depot kann schnell und einfach eingerichtet werden und schon mit kleinen Beiträgen lässt sich erfolgreich mit Aktienfonds oder Aktien-ETFs sparen“, betont sie. Recht hat Frau Bortenlänger.

Sieben wichtige Spar- und Anlagetipps nicht nur für Weltspartag und Tag der Aktie

Und welche Spar- und Anlagetipps sollte man am Weltspartag oder am Tag der Aktie beherzigen  – aber eigentlich genauso an jedem anderen Tag, an dem man sich mal grundsätzlich über seine Finanzen Gedanken machen möchte? Hier eine kleine, aber nicht minder wichtige Liste, wie man vorgehen sollte:

Starten Sie mit einem Finanzcheck. Wie hoch sind Ihre Einnahmen, wie hoch die Ausgaben? Gerade jetzt in Corona-Zeiten ist das für viele wichtiger denn je. Sind Sie zufrieden mit Ihren Geldanlagen? Bleibt Ihnen monatlich Geld über, das investiert werden sollte oder rutschen Sie eher regelmäßig in den Dispokredit?

Hier finden Sie sieben wichtige Grundregeln für die Geldanlage:

  1. Bevor Sie anfangen zu sparen, prüfen Sie, ob alle existenzbedrohenden Risiken wie Arbeitsunfähigkeit, Haftpflicht abgesichert sind.
  2. Tilgen Sie zunächst Ihre Kredite, bevor sie mit dem Sparen anfangen.
  3.  Sparen Sie sich im ersten Schritt einen Notgroschen von zwei bis drei Monatsausgaben an, um unvorhergesehenen Ausgaben gewachsen zu sein.
  4. Längerfristig investieren Sie nur Geld, dass Sie auch längerfristig entbehren können.
  5. Streuen Sie Ihre Anlagerisiken, am besten weltweit.
  6. Achten Sie auf die Kosten – bei der Auswahl Ihres Wertpapierdepots, bei den Kaufkosten, aber ganz besonders auch beim Produkt selbst.
  7. Investieren sie nur in Produkte, die Sie auch verstehen.

Fakt ist offenbar, dass Corona das Sparverhalten der Deutschen zuletzt massiv beeinflusst hat. Wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in einer repräsentativen Umfrage zum Weltspartag ermittelt hat, haben 33 Prozent der Befragten ihr Sparverhalten angesichts der Corona-Krise angepasst oder planen dies – knapp zwei Drittel dieser Gruppe (65 Prozent) wollen dabei mehr sparen. Die Sparquote der privaten Haushalte lag im zweiten Quartal bei 21,1 Prozent – das ist doppelt so hoch wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre.

Foto: Alexas_Fotos/pixabay

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