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Der Ölpreis steigt, denn die Förderkürzung zeigen Wirkung und die Nachfrage steigt.
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Ölpreis steigt – Ölaktien dürften zur Aufholjagd starten

Es ist gerade einmal neun Monate her, als der Ölpreis für die Nordseesorte Brent weniger als 18 Dollar je Barrel gekostet hat. Jetzt liegt der Preis gut dreimal so hoch, bei über 57 Dollar. Der Ölpreis steigt, obwohl Experten immer wieder vorausgesagt hatten, dass die Notierungen nicht weiter klettern würden. Was ist passiert?

Ölpreis steigt erneut

Als der Preis für Rohöl nach dem Tief im April 2020 ziemlich schnell wieder die 30-Dollar-Marke erklommen hatte, waren viele Fachleute skeptisch und sahen kaum noch Raum für eine weitere Erholung. Das gleiche Spiel bei 40 Dollar und Ende vorigen Jahres bei 50 Dollar. Aber der Ölpreis scherte sich nicht um die Voraussagen und kletterte munter weiter. Für die Verteuerung des wichtigsten Energieträgers sind zwei Gründe ausschlaggebend:

1. Die OPEC drosselt die Förderung

OPEC+, wie die Vereinbarung zwischen der OPEC und den nicht dem Kartell angehörenden Förderländern wie Russland genannt wird, hat sich mit höchster Disziplin an ihre vereinbarten Förderkürzungen gehalten. Und sogar mehr als das, sie haben die Ziele übertroffen. Nun will der größte Ölexporteuer Saudi Arabien ab diesem Monat sogar seine „erlaubte“ Förderung zeitweise freiwillig um eine Million Fass unterschreiten. Da auch andere Staaten ihren Rahmen nicht ganz ausschöpfen wollen und US-Fracking-Unternehmen zögern stillgelegte Bohranlagen wiederzueröffnen, herrscht statt der angekündigten Ölschwemme vielfach ein Angebotsmangel. Und das, obwohl der Iran trotz der US-Sanktionen seine Produktion vom Tiefpunkt aus auf über drei Millionen Barrel pro Tag verdreifacht hat.

2. Chinas Konjunktur und das kalte Wetter treiben den Preis

Die Ölnachfrage hat viel schneller zugenommen als erwartet. Denn die Konjunktur erholt sich seit der Jahresmitte 2020 kräftig, vor allem in China und den USA. Die beiden Länder sind die größten Energieverbrauchern der Welt. Insbesondere China, das schon seit dem Frühjahr ein starkes Wirtschaftswachstum verzeichnet, legt einen gewaltigen Ölhunger an den Tag. Und 2021 wird er voraussichtlich weiter zunehmen, denn das Wirtschaftswachstum soll in diesem Jahr nahezu 10 Prozent  erreichen. Das treibt die Ölnachfrage an. In den USA und in Europa kommt die Konjunktur zwar schwerer in Fahrt, aber auch hier steigt der Ölverbrauch der Industrie deutlich. Sobald die Corona-bedingten Restriktionen gelockert werden, wird ein weiterer Nachfrageschub erwartet, vor allem aus dem Transportsektor.

Einen steigenden Ölpreis unterstützt auch, dass das Wetter den Förderländern in die Karten spielt. War es zuerst eine Kältewelle in Nordasien, die den Verbrauch nach oben schnellen ließ, so ist es seit ein paar Tagen eine Kältewelle in den USA. Und Prognosen zufolge stehen auch Teile Europas kurz vor einem Kälteeinbruch. Das alles treibt den Ölverbrauch so hoch, dass möglicherweise schon in der zweiten Jahreshälfte der Rekordabsatz von rund 100 Millionen Barrel pro Tag aus der Zeit kurz vor der Pandemie erreicht wird. Im Tief waren es deutlich weniger als 90 Millionen Fass.

Kommt ein neuer „Superzyklus“?

Die Voraussetzungen für weiter steigende Ölpreise sind also nicht schlecht. Kurzfristig mag zwar nach der Rallye der letzten Wochen eine Korrektur eintreten, aber langfristig stehen die Zeichen auf einen weiteren Anstieg. Auch, weil seit dem Ausbruch der Pandemie Ölexplorationen auf Eis gelegt worden sind und deshalb die Förderkapazitäten nicht mit dem steigenden Ölverbrauch Schritt halten. Ähnliches gilt für den Gaspreis, der inzwischen deutlich höher steht als vor der Pandemie und allein in den letzten zwei Wochen um 15 Prozent zugelegt hat. Manche Experten sagen schon einen neuen „Superzyklus“ für Öl, Gas und andere Rohstoffe voraus.

Für die Aktien aus der Öl- und Gasbranche bedeutet das eine deutliche Aufhellung ihrer Kursaussichten. Das extrem schwache Jahr 2020 ist abgehakt. Nun könnten die Aktien auch dank ihrer teilweise außerordentlich hohen Dividendenrenditen zu einer Aufholjagd starten.

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