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Der Benzinpreis ist noch zu hoch
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Heizöl und Benzin sind viel zu teuer

Der Ölpreis ist gestern auf den tiefsten Stand seit 2002 gefallen – aber an den Zapfsäulen und bei den Heizölhändlern schlägt sich der Preissturz seit Jahresbeginn bei weitem nicht so stark nieder wie er es eigentlich müsste. Es ist also noch viel Luft nach unten.

Seit Jahresbeginn sind die Notierungen für das Barrel Öl (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent auf ein Drittel gesunken- von rund 70 Dollar auf unter 25 Dollar. Dass die Benzin- und Heizölpreise derartigen Bewegungen nur mit Verzögerung folgen, ist normal. Aber diesmal ist die Diskrepanz enorm. Das gilt vor allem für Heizöl und den gleichartigen Diesel-Kraftstoff.

Die Bundesbürger horten Heizöl

Der Grund: Die Bundesbürger kaufen Heizöl, als ob es morgen keines mehr gäbe. Die Lieferfristen werden von den Fachdiensten auf bis zu elf Wochen beziffert. Und dieses Run auf vermeintlich so extrem billig gewordenes Heizöl hat dafür gesorgt, dass die Raffinerien nicht mehr mit der Produktion nachkommen, zumal sie im Frühjahr ihre Produktionsanlagen warten und auf Sommer umstellen. Das beschränkt zeitweise ihre Kapazitäten. Hinzu kommt, dass der Heizölhandel am Limit agiert. Vor allem in Regionen, in denen Heizöl noch eine große Rolle spielt, wie in Bayern, können sie die Riesennachfrage trotz Abend- und Samstaglieferungen nicht befriedigen.

Das hat den Preis phasenweise sogar steigen lassen, als der Ölpreis fiel. In den einzelnen Regionen Deutschland sind die Preisunterschiede so hoch wie selten. Im Norden sind sie um bis zu 10 Cents je Liter (bei 3000 Liter Lieferung) niedriger als im Süden. In den letzten Tagen hat sich der Preis zwar leicht abwärts bewegt, aber bei weitem nicht im Ausmaß der nochmals stark unter Druck geratenen Ölnotierungen. Experten rechnen damit, dass der Heizölpreis je nach Region um 10 bis 20 Cents billiger werden dürfte, sobald der Nachfrageboom abebbt. Und das müsste dann auch den Dieselpreis drücken, der Experten zufolge etwa 10 Cents billiger werden müsste.

Der sinkende Ölpreis wird nicht an Verbraucher weitergegeben

Bei Benzin haben die Tankstellenketten zwar einen größeren Teil des Ölpreiscrash an die Verbraucher weitergegeben als bei Diesel, aber ebenfalls nicht im normalen Ausmaß. Auch hier müssten die Notierungen noch deutlich fallen – wegen des hohen Steueranteils von fast zwei Drittel aber  prozentual weniger stark als der Ölpreis. Dass der Ölpreis rasch wieder kräftig steigt, ist unwahrscheinlich. Die Internationale Energieagentur rechnet damit, dass im April die Nachfrage wegen der Coronakrise um 20 Millionen Barrel pro Tag sinken werde – das ist kein Umfeld, in dem Preiserhöhungen entstehen, zumal ab morgen die Mitgliedsländer von OPEC+ nicht mehr an Fördergrenzen gebunden sind.

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