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Ein wirtschaftswissenschaftliches Argument für Ausgangssperren

Derzeit gewinnt die Diskussion an Schwung, wie lange der Stillstand in der Wirtschaft anhalten kann. Einige plädieren dafür, dass wir in der laufenden Covid19-Pandemie zugunsten einer milderen Rezession das öffentliche Leben eher früher als später wieder ankurbeln sollten – auch wenn die Zahl der Toten dann höher ist. Wissenschaftler von der FED und dem MIT liefern nun starke Gegenargumente – aus der Zeit der spanischen Grippe.

Die spanische Grippe wütete zwischen 1918 und 1920 rund um die Welt und kostete nach Schätzungen bis zu 50 Millionen Menschen das Leben. In den USA reagierten die lokalen Behörden sehr unterschiedlich – mit mehr oder weniger strengen und langfristigen Ausgangsperren. Wissenschaftler von der amerikanischen Notenbank FED und dem MIT (Massachusetts Institute of Technology) haben sich nun genauer angeschaut, welche Maßnahmen welche längerfristigen Auswirkungen hatten. 

Auch wenn die Autoren mehrfach darauf hinweisen, dass die Datenlagen nicht immer ausreichend und die Anzahl der untersuchten Städte größer sein könnte. Das Ergebnis sollte uns nachdenklich machen.

Einerseits zeigen die Untersuchungen eindeutig: Ob Shut-Down oder nicht – eine Pandemie diesen Ausmaßes richtet in jedem Fall eine erheblichen Schaden an, ablesbar an allen Kennzahlen wie Produktion, Bankeinlagen und anderem. Andererseits deuten die Daten eindeutig darauf hin, dass die Städte, die einen früheren und längeren Shut-Down anordneten hatten, auch wirtschaftlich spürbar besser gefahren waren als die mit einer vermeintlich wirtschaftsfreundlichen Politik.

Klar ist die Spanische Grippen nicht eins zu eins auf die Situation heute übertragbar. Nachdenklich sollte es uns dennoch machen. Wollen wir wirklich Menschenleben riskieren, solange wir nicht sicher sind, dass wir damit nicht wirtschaftlichen Nutzen sondern vielleicht sogar Schaden anrichten?

 

Foto: Rémy Penet/unsplash.com

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