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Die Börse hofft auf ein Ende des Brexitdramas

Boris Johnson darf zuversichtlich sein. Am kommenden Donnerstag könnte die Partei des britischen Premierministers die Neuwahlen laut Umfragen deutlich gewinnen – und damit den Weg frei machen für einen geregelten Brexit Ende Januar. Wenn, ja wenn der Wähler nicht doch unberechenbarer ist als gedacht.

Laut Umfragen bekämen Johnsons konservative Tories zwischen acht und fünfzehn Prozentpunkte mehr Stimmen als die Labour-Partei um Oppositionsführer Jeremy Corbyn. Und damit wohl eine ausreichende Mehrheit im Parlament, um das Abkommen zum Austritt aus der EU, das Johnson im Herbst abgeschlossen hat, durchzuwinken.

Wenn es so kommt, dürften die Börsen durchatmen. Zwar ist ein Brexit wirtschaftlich und damit auch aus Sicht der Anleger für alle Beteiligten ein Schaden. Besser als die anhaltende Unsicherheit ist er allemal, vor allem weil die meisten Akteure nach dem langen Hin und Her inzwischen darauf vorbereitet sind. Auch die Finanzmärkte: Der Brexit ist inzwischen eingepreist.

Mehr Probleme hätten die Börse wohl, wenn es eben zu keinem klaren Sieg Johnsons kommt. Denn dass die Labour Opposition eine Mehrheit erreicht, ist nach den Umfragen und angesichts des schlechten Images von Jeremy Corbyn fast ausgeschlossen. Und damit wäre einmal mehr ein Patt im britischen Parlament denkbar, in dem wieder andere Parteien wie die Grünen, Liberaldemokraten oder die schottische Unabhängigkeitspartei vertreten sein werden. Das Gezerre und Blockieren ginge weiter, der Ausgang bliebe weiter ungewiss – etwas mit dem die Börse sehr ungern umgeht.

Zwar scheint der Vorsprung der Tories in den Umfragen komfortabel, doch genau wie im übrigen Europa sind Wähler heute wesentlich spontaner (eine Anteil von bis zu 40 Prozent der Wähler ist laut Umfragen noch unentschlossen) als früher – und neigen dazu, kleiner Parteien zu wählen. Das britische Wahlsystem ist zudem geradezu gebaut für Überraschungen. Ähnlich wie bei der Präsidentschaftswahl in den USA entscheiden nicht Prozentanteile darüber, wer gewinnt. In jedem Wahlbezirk wird ein Abgeordneter gewählt – nach Mehrheitswahlrecht, alle anderen Stimmen zählen nicht.

Börsianer hoffe daher wohl eher auf ein Ende des Brexitdramas.  Genau wie viele britische Wähler, die vielleicht genau deshalb für eine stabile Mehrheit von Johnsons Tories sorgen werden.

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