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Bringt Putin 3.0 die russische Börsenhausse 3.0?

Russlands Aktienmärkte haben am Montag mit verhaltener Freude auf den Wahlsieg von Wladimir Putin reagiert und um gut ein Prozent zugelegt. Allerdings haben die Kurse seine dritte Amtsperiode – sozusagen Putin 3.0 – bereits in den Wochen zuvor mit deutlichen Gewinnen vorweggenommen. Trotzdem bleiben Russland-Aktien die billigsten der Welt. Und das sorgt für Phantasie.

Putin hat bisher der Moskauer Börse richtig gut getan: Seit seinem Start als Präsident im Jahr 2000 legten die Aktienindizes um runde 1000 Prozent zu, so stark wie an keiner anderen große Börse. Dass die Bewertung mit einem KGV von nur gut 6 trotzdem weit unterhalb der anderer Schwellen- oder gar Industrieländer liegt, ist vor allem der mangelnden Transparenz, der oft willkürlichen Rechtsprechung und der zu starken Abhängigkeit vom Rohstoffbereich geschuldet.

Das alles aber möchte Putin jetzt ändern und Reformen anstoßen. Sagt er zumindest. Vermutlich wird er sogar eine liberalere Richtung einschlagen, um der lautstarken Opposition in den Großstädten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Für die Anleger würden Reformen unter Putin 3.0 ein zusätzlicher Grund sein, auf russische Aktien zu setzen. Ein anderer ist die relative Sicherheit, die weitere sechs Jahre Putin ausstrahlen. Die Märkte kennen Putin, und sie schätzen Konstanz in der Entwicklung. Anstelle von Kapitalflucht vor allem ausländischer Investoren, die 2011 die Kurse steil nach unten geschickt hat, gibt es daher inzwischen wieder moderate Geldzuflüsse. Eine große Rolle spielt dabei die Aufnahme Russlands in die Welthandelsorganisation WTO. So ein Schritt hat bisher fast alle Schwellenländer-Börsen beflügelt.

Neben den politischen Weichenstellungen und der günstigen Bewertung sprechen auch wirtschaftliche Daten dafür, dass die Wahlhausse kein Strohfeuer bleibt: Das ewige Sorgenkind Inflation verliert etwas an Schrecken, der Staatshaushalt ist nahezu ausgeglichen, die Verschuldung sehr gering, und die Konjunktur zeigt sich robust. Russischen Aktien stehen damit meiner Meinung nach gute Zeiten ins Haus – freilich verbunden mit den gewohnt heftigen Kursausschlägen auch nach unten.

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