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Spenden: Onlineportal Charitywatch wird eingefroren

Wer sich in Deutschland darüber informieren will, wie seriös bestimmte Spendenorganisationen arbeiten, hat bald eine Informationsquelle weniger. Das Onlineportal charitywatch.de – eine private Initiative, die von dem bekannten Journalisten Stefan Loipfinger betrieben wird – , steht nur vor dem Aus. Die bestehenden Inhalten sollen zwar online bleiben, aber keine neuen mehr hinzukommen. Sehr schade, finde ich. 

Das erklärte Ziel von Charitywatch.de bestand darin, die Spendenkultur in Deutschland zu verbessern, damit Gelder bei seriösen Vereinen und daher auch wirklich bei den Hilfsbedürftigen ankommt. Das Portal bewertete daher Hilfsorganisationen insbesondere hinsichtlich Mittelverwendung und Transparenz für Spender. Neben positiven Bewertungen von förderungswürdigen Vereinigungen lag der Schwerpunkt des Portals in der kritischen Berichterstattung über zweifelhafte Organisationen, die sich ungern in die Karten schauen lassen.

Doch damit stieß Loipfinger offenbar auf massive Gegenwehr. Im Internet wurden von Usern mit gefälschten Identitäten Verleumdungen und üble Gerüchte über ihn verbreitet. Seine Familie und er wurden bedroht Außerdem geriet er an seine finanzielle Grenzen, da er von zahlreichen Vereinen mit Prozessen überzogen wurde. Als besonders angriffslustig haben sich laut Loipfinger vor allem Organisationen aus dem Tierschutzbereich erwiesen. „Die Spenden-Szene ist viel gefährlicher als der Graue Kapitalmarkt“, lautet sein Fazit nach vier Jahren Arbeit für charitywatch.de.

Wer sicher gehen möchte, dass sein Spendengeld bei seriösen Institutionen landet, hat derzeit in Deutschland vor allem drei Anlaufstellen: Bekannt ist das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen in Berlin (DZI), das das Spenden-Siegel vergibt; derzeit tragen es rund 260 Organisationen. Doch erst seit Ende 2011 spricht das DZI auch explizite Hinweise und Warnungen vor konkreten Organisationen aus.

Eine andere gute Anlaufstelle für Spendenwillige ist die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Rheinland-Pfalz.

Dieses Bundesland kennt als einziges noch ein Sammlungsgesetz, und die ADD kann daher für dieses Gebiet zweifelhaften Organisationen noch ein Sammlungsverbot aussprechen – im Rest der Republik können sie dann aber weiter ihr Unwesen treiben. Und dann gab es eben charitywatch.de.

Es bleibt zu hoffen, dass sich vielleicht doch noch eine Finanzierungsmöglichkeit ergibt, um Charitywatch.de weiterhin mit Inhalten füllen zu können. Das Portal hat schließlich einiges getan für mehr Transparenz im Spendenwesen. Vielleicht sollte sich ein Verein gründen, dessen Vereinszweck der Weiterbetrieb des Portals wäre – gerne finanziert durch Spendenmittel. Dann könnte dieser Verein auch gleich vormachen, wie gute Transparenz in der Praxis aussieht.

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