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Bringen die hohen Lohnabschlüsse die Inflation zurück?

Mit dem Tarifabschluss in der Metallindustrie ist es endgültig klar: 2012 wird das Jahr der happigen Lohnsteigerungen. Und erfahrungsgemäß wirken Tarifabschlüsse, die weit über die aktuelle Teuerungsrate hinausgehen, früher oder später inflationär. Allerdings ist diesmal ein bisschen mehr Inflation sogar politisch gewollt – und vielleicht gar nicht einmal so verkehrt, sofern in den Folgejahren die Abschlüsse wieder moderater ausfallen.

4,3 Prozent Plus, so viel haben die Metaller in Deutschland seit 20 Jahren nicht mehr bekommen. Der Abschluß, der auf zwölf Monate umgerechnet ziemlich genau vier Prozent ergibt, ist damit ebenso ungewöhnlich wie ein paar Begleitumstände: Finanzminister Wolfgang Schäuble hat die Tarifpartner zu einem hohen Abschluß aufgefordert und die Arbeitgeber haben die Einigung lautstark begrüsst. Das zeigt, ebenso wie die relativ hohen Lohnsteigerungen in anderen Bereichen, dass stillschweigend Einigkeit darin besteht, dass dies der eleganteste Weg ist, um die Binnenkonjunktur weiter so zu stärken, dass die vielen Euroländer, die in der Rezession stecken, davon durch höhere Exporte nach Deutschland profitieren. Das ist besser als ein teures Konjunkturprogramm, das Regierung wie Arbeitgeber um fast jeden Preis verhindern wollen. Zumal der schwache Euro den Lohnspielraum erhöht.

Der Wachstumsimpuls für die Eurozone könnte natürlich noch größer sein, wenn die Regierung ihre Steuersenkungen zum Abbau der kalten Progression durchgebracht hätten. Das würde verhindern, dass ein übermäßiger Teil der Lohnsteigerungen als Steuern abgezogen werden. Warum SPD und Grüne diese Entlastung für die Arbeitnehmer und die Konjunktur nun mit aller Macht im Bundesrat verhindert haben, ist mir schleierhaft und wohl nur mit politischem Kalkül zu begründen.

Ist nun aber die Inflationsangst, die der Metall-Tarifabschluß bei so manchem Experten geweckt hat, gerechtfertigt? Jein. Er wird dann nicht in Teuerungsraten ausarten, die 2013 oder 2014 eine Drei oder gar eine Vier vor dem Komma tragen, wenn der starke Lohnanstieg vornehmlich als einmaliger Nachholeffekt für die letzten Jahre verstanden wird. Denn da haben moderateTarifabschlüsse viel zum Exportboom beigetragen. Sehen es dagegen die Gewerkschaften als Signal für mehrere fette Jahre mit Steigerungen weit über dem Anstieg der Lebenshaltungskosten, dann ist der Inflation jetzt Tür und Tor geöffnet worden.

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