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Tesla vollführt wilden Ritt in den S&P 500

Seit Wochenbeginn hat es Elon Musks Tesla geschafft: Der Elektroauto-Pionier ist Mitglied des wichtigsten US-Aktienindex S&P. Vor der Aufnahme hat die Aktie riesige Kurssprünge vollführt. Aber an ihrem ersten Index-Tag hat sie stark nachgegeben.

Tesla Gewicht im S&P 500 ist mit 1,69% das fünfthöchste. Das ist klar mehr, als Warren Buffets Berkshire Hathaway mit 1,39% auf die Waage bringt. Doch vor der Index-Aufnahme hat die Aktie gewaltige Kurssprünge vollführt. Nachdem die Index-Mitgliedschaft vor gut einem Monat beschlossen worden war, hat der Kurs der Tesla-Aktie nochmals um rund 70% zugelegt. Seit Jahresbeginn hat sie damit Kursgewinne von über 700% erzielt. Allein in den letzten beiden Tagen der Vorwoche legte die Aktie um mehr als 10% zu. Das sind rund 70 Milliarden Dollar an zusätzlicher Marktkapitalisierung. Um das einmal einzuordnen: Allein der Kurszuwachs vom vorigen Donnerstag und Freitag entspricht in etwa dem gesamten Börsenwert von Daimler – und nicht viel weniger als der Marktkapitalisierung von Volkswagen.

ETF mussten massiv Tesla-Aktien kaufen

Der Schub an den Tagen vor der Indexaufnahme war zu einem großen Teil technisch bedingt, wie ich bereits im Blog vom 15.7.2020 beschrieben habe. Da der S&P 500 das Börsenbarometer ist, auf das weltweit mit Abstand am meisten ETF – also börsengehandelte Indexfonds – aufgelegt worden sind, mussten die Anbieter der Indexfonds notgedrungen spätestens am Freitag zum Börsenschluss Tesla-Aktien kaufen. Allein die drei größten US-ETF, die den S&P 500 nachbilden, weisen zusammen genommen ein Volumen von mehr als 700 Milliarden Dollar auf. Das bedeutet, dass dieses Trio Tesla-Aktien quasi auf einen Schlag für etwa 12 Milliarden Dollar erwerben musste. Hinzu kam, dass viele aktiv verwaltete Fonds und Vermögensverwalter den S&P als Vergleichsmaßstab nutzen. Sie haben ebenfalls Tesla-Aktien geordert, um nicht schlechter als der S&P 500 abzuschneiden.

Doch die ETF haben die gewaltigen Kurssprünge im Zeitraum vor der Index-Aufnahme erst ganz zum Schluss ausgelöst. Denn in den Wochen und Monaten davor waren es vorwiegend Anleger, die auf den riesigen Nachfrageschub zum 21. Dezember hin spekuliert haben. Das war eine Gewinner-Wette mit Ansage, die sich Hedgefonds und viele Privatanleger nicht entgehen lassen wollten. Und die Leerverkäufer, die auf einen Kursrückgang setzen, haben ihre Engagements stark zurückgefahren, auf den niedrigsten Stand seit 2017. Weil die Tesla-Spekulation seit der Bekanntgabe der Aufnahme Mitte November als sicher galt, konnten Anleger den Kurs in immer verrücktere Höhen katapultieren.

Die Kursprognosen für Tesla gehen weit auseinander

Wie aber geht es nun, nach der Einbeziehung von Tesla, weiter mit dem Kurs? Die Prognosen der Analysten weisen eine extreme Streuung auf – grob zwischen 100 und 1000 Dollar Kursziel. Der Höchststand am Freitag lag bei 695 Dollar.

Für und Wider eines weiteren Kursanstiegs

Für einen weiteren Kursanstieg spricht, dass vor allem bei Privatanlegern ein Hype ausgebrochen ist, der auf fundamentale Daten keinerlei Rücksicht nimmt. Auch sollte man das Marketinggenie Elon Musk nicht unterschätzen, der es immer wieder versteht, mit guten Nachrichten dem Kurs einen neuen Push zu geben. Und er schafft es, laufend Innovationen zu präsentieren oder zu versprechen.

Gegen Tesla spricht, dass die große Wette auf die Indexaufnahme nun als Haupttreiber ausfällt. Im Gegenteil: Wenn die Aktie an Boden verliert, sinkt auch ihr Gewicht im S&P 500, und die ETF müssen mit Verkäufen diese Entwicklung nachvollziehen. Hinzu kommt, dass die Leerverkäufer jetzt wieder vermehrt auf den Plan treten dürften, weil sie Tesla für maßlos übertrieben bewertet erachten. Immerhin weist Tesla selbst nach dem 6,5prozentigen Rückgang vom Montag noch ein sagenhaftes KGV von fast 1300 auf, und der Börsenwert ist mehr als 20 mal so hoch wie der Jahresumsatz.

Der wilde Ritt der Tesla-Aktie dürfte also weitergehen – und es bleibt spannend, ob die Bullen oder die Bären die Oberhand gewinnen.

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