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Scope bewertet Zertifikate-Emittenten neu

Gleich zwei Analysen zum Thema Zertifikate veröffentlichte die
Ratingagentur Scope: Ein Management-Rating und eine Fair-Value-Analyse. In
beiden Kategorien nennt Scope die Besten. Wer sich auf diese Urteile stützen
will, sollte die Prüfkriterien kennen.

Scope betont, das Managemant-Rating, das für 18 Emittenten
erstellt wurde, richte sich primär an Vertriebe und Finanzintermediäre. Der
Nutzen für Privatanleger ist meines Erachtens sehr gering. Sechs
Rating-Panels und 100 Prüfkriterien machen zwar großen Eindruck. Doch entscheidend
ist, was bewertet wurde.

In der Gesamtbetrachtung werden folgende Aspekte benotet:
– Quotierung
(Bid-Ask-Spread, Handelszeiten, Handelseinschränkungen, Pricing)
– Marktstellung
(Absatzvolumina, Anzahl Produkte und Neuemissionen)
– Qualität (Fehlerhäufigkeit,
Geschwindigkeit der Beantwortung von Kundenanfragen)
– Service
(Internetplattform, Produktinformationsblatt und Prospektierung)
– Transparenz (Produktnamen,
Beantwortung des Fragebogens)
– Stabilität (Emissionstätigkeit,
Berufserfahrung relevanter Mitarbeiter, Betriebszugehörigkeit relevanter
Mitarbeiter, Long Term Credit Rating)

Klar ist: Aspekte wie Preisfeststellung, Handelseinschränkungen,
Bonität oder Fehlerhäufigkeit sind wichtig, aber viele Aspekte sind kaum oder gar nicht relevant. So spielt für den
Zertifikateanleger keine Rolle, wie lange relevante
Mitarbeiter im Job und bei der jeweiligen Firma sind. Im Geschäft mit aktiv gemanagten Fonds ist die Berufserfahrung wichtig, aber nicht bei einem Massenprodukt
wie Zertifikaten.

Positiv gewertet wurde auch, wenn ein Emittent mit vielen
Emissionen aufwartet und eifrig emittiert. Längst ist das Angebot aber so umfangreich, dass dieser Punkt für Anleger absolut nachrangig ist. Auch Kriterien wie das Absatzvolumen eines Anbieters sagen lediglich etwas darüber aus, ob der Anbieter
einen guten Filialvertrieb hat — das hat aber nichts mit Qualität zu tun.

Am sinnvollsten erscheint hingegen der Aspekt Quotierung, wobei das Kriterium Handelszeiten für die Käufer von Discount- und Bonuszertifikaten oder
Aktienanleihen ebenfalls so gut wie keine Rolle spielt. Wichtig ist dagegen der
Preis, und hier setzt Scope auf seine neue Fair-Value-Analyse: „Insbesondere
die Abweichungen vom Fair Value bei den von Emittenten gestellten Zertifikate-Preisen
wurden detailliert analysiert“, sagt Simon Ullrich, der die Untersuchungen leitet. 

Dazu wurden an allen Handelstagen im Mai die Preise für rund 750 Emissionen
auf den Euro Stoxx 50 mehrfach täglich geprüft. Bei insgesamt drei bewerteten Kategorien –
Aktienanleihen, Bonus- und Discountzertifikate — sind das aber „nur“ rund 250
Emissionen je Produktgruppe. Die Anzahl verteilt sich noch auf die einzelnen Häuser, die aber zum Teil mehrere zehntausend Anlagezertifikate im
Angebot haben.

Und das Ergebnis: „Das aus Anlegersicht beste Pricing für Aktienanleihen zeigt
die Bank Vontobel und die UBS“, so Scope. Bei den Discountzertifikaten
schnitt ebenfalls die Bank Vontobel am besten ab und bei Bonuszertifikaten war
es mit Morgan Stanley ein Anbieter, der nur sehr wenige Papiere am Markt hat.

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