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Jetzt attackiert Trump die Währungsmärkte – und die Fed

Dass US-Präsident Donald Trump das System des freien Welthandels am liebsten abschaffen will, und alles dafür tut, es zu unterhöhlen, ist bekannt. Nun will er seine Aktivitäten aber offensichtlich sich auf ein neues wirtschaftliches Feld ausweiten: Er beklagt die Kurse von Dollar, Yuan und Co und nimmt seine eigene Zentralbank ins Visier.

In einem Interview beschuldigte er letzte Woche die Zentralbank Fed, sie würde sein Land eines „großen Wettbewerbsvorteils“ berauben, weil sie die Zinsen anhebe. Das bewirkt zweierlei: Kredite werden teurer, was die wirtschaftlichen Aktivitäten etwas bremst, und der Dollar wird als Anlagewährung attraktiver, was ihn teurer macht. Ein starker Dollar ist aber ein Nachteil für US-Firmen im internationalen Wettbewerb. Und Trump ist ohnehin der Meinung, dass andere – allen voran China – ihre Währung künstlich niedrig halten, um sich so unfair Vorteil gegenüber seinem Land zu verschaffen.

Offensichtlich schreckt Trump nicht davor zurück, nun nach den Gütermärkten auch den Finanzmärkten seinen Willen aufzwingen zu wollen. Genau wie im Handelsstreit steht damit aber ein komplettes System auf dem Spiel. Einerseits die Unabhängigkeit der Zentralbanken in der westlichen Welt, andererseits das System der freien Wechselkurse, dem sich selbst China in den letzten Jahren immer mehr angenähert hat.

Gerade die Unabhängigkeit der Zentralbanken hat sich aber als eines der Erfolgsrezepte der westlichen Marktwirtschaften bewährt. Denn sie sorgt dafür, dass nicht politische sondern wirtschaftliche Erwägungen die Menge an Kredit und Geld in einem Land bestimmen. Das verhindert, dass Regierungschefs für kurzfristige Erfolge zu viel Geld drucken lassen und damit die Inflation anheizen.

Die anstehenden Zinserhöhungen in den USA sollen genau das verhindern. Denn die Steuerreform von Donald Trump ist ein gigantisches Konjunkturprogramm, das die Preise eher klettern lässt. Zudem sorgen die neuen Zölle dafür, dass die Inflation zusätzlich steigt, die Fed hält einfach dagegen.

Auch in den USA ist die Unabhängigkeit der Fed klar geregelt und es ist kaum zu erwarten, dass Donald Trump sie aushebeln kann. Seine Gedankengänge alleine ließen den Dollar aber schon ein mal ordentlich abrutschen. Und die Angst vor noch viel mehr für alle Beteiligten schlimme Maßnahmen der USA oder einiger bisheriger Handelspartner steigt. In China hatte schon vor Wochen ein Volkswirt des Handelsministeriums angedeutet, dass der Konflikt auch noch auf die Zinsmärkte ausweitbar wäre: immerhin ist China der größte Kreditgeber der USA, weil es gigantische Berge an Staatsanleihen besitzt.

Die Möglichkeiten für Chaos, das alle nur verlieren lässt, sind noch lange nicht ausgeschöpft.

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