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Chinas Exportdefizit ist eine sehr gute Nachricht

Selbst in China wachsen die Bäume nicht in den Himmel – wie das erste Handelsdefizit seit 2004 belegt. Für das Reich der Mitte selbst, mehr aber noch für den Rest der Welt ist das eine positive Entwicklung. Sie zeigt, dass Pekings Wachstum viel gesünder geworden ist, weil die Bevölkerung zunehmend konsumiert und so den ausländischen Unternehmen mit ihren Einfuhren starke Impulse verleiht.

Ein Handelsdefizit von einer Milliarde Dollar, wie es China am Wochenende für das erste Quartal 2010 publizierte, bedeutet trotz allem nicht, dass das Riesenreich künftig zu den Staaten mit Fehlbeträgen im Außenhandel zählen wird. Denn das Winter-Vierteljahr ist immer das exportschwächste. Vor einem Jahr betrug der Überschuss knapp 14 Milliarden Dollar und trug damit nur wenig zum gesamten Jahresausfuhrüberschuss von 183 Milliarden Dollar bei. Erfreulich aber ist, dass China seit dem Rekord von 2008, als es ein Plus von 295 Milliarden Dollar einfuhr, das Ungleichgewicht stetig verringert hat und nach Expertenprognosen 2011 gerade noch einen halb so großen Überschuss erzielen wird als damals: rund 150 Milliarden Dollar.

Dieser Rückgang resultiert daraus, dass Chinas Einfuhren deutlich schneller wachsen als seine immer noch florierenden Exporte. Damit kommt Peking seinem erklärten Ziel näher, das Wachstum nicht allein auf Ausfuhren zu stützen, sondern vermehrt auf Investitionen außerhalb des Baubereichs und vor allem auf den Konsum der Bevölkerung. Dieser Schwenk war es auch, der ab 2009 die Welt aus der Rezession ziehen half, weil die Unternehmen der anderen Staaten mit ihren steigenden Exporten nach China den Keim für einen Aufschwung legen konnten. Das gilt natürlich vor allem für Deutschland, weil die hiesigen Unternehmen das liefern können, was die Chinesen brauchen – von Investitionsausrüstungen über Autos bis zu hochwertigen Konsumgütern.

Nicht verschwiegen werden soll jedoch, dass China ohne den rasanten Anstieg der Rohölpreise im ersten Vierteljahr 2011 trotz aller Absatzerfolge der Industriestaaten einen Ausfuhrüberschuss erzielt hätte. Vor allem der Ölpreisschub trug zum starken Einfuhrwachstum bei. Trotzdem – Chinas Wachstumsstruktur verändert sich so offensichtlich und dramatisch, dass die restliche Welt noch lange von dem Hunger nach Einfuhrgütern zehren und einen erheblichen Teil ihres Wachstums daraus ziehen wird. Und noch eines begünstigt der Trendwechsel in Chinas Handelsbilanz: Der politische Druck – insbesondere aus den USA – in Richtung einer stärkeren Aufwertung des Yuan dürfte etwas nachlassen. Denn Peking zeigt nicht nur mit seinen aktuellen Handelsbilanzzahlen, dass die Ungleichgewichte schwinden, auch wenn die Aufwertungen moderater ausfallen als es Washington lieb ist.

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