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Dow Jones – neu gemischt

Am kommenden Montag fliegen drei etablierte Aktien aus dem Dow Jones und werden durch neue Unternehmen ersetzt. „Schuld“ an dieser starken Umwälzung ist der größte Werte des berühmtesten Aktienindex, nämlich Apple. Warum ist das so?

Drei raus, drei rein

Gestern nach Börsenschluß hat der Indexanbieter S&P Dow Jones Indices den Austausch publik gemacht. Raus aus dem Dow Jones Industrial Average, wie das Börsenbarometer offiziell heißt, müssen Exxon Mobile, Pfizer und Raytheon, hinein kommen Amgen, Honeywell und Salesforce. Für den Ölmulti Exxon ist das besonders bitter, gehört er doch seit 92 Jahren dem prestigeträchtigen Index an.

Die große Austauschaktion wird wegen eines Aktiensplits von Apple nötig. Apple-Aktionäre bekommen für eine alte Aktie vier neue. Bei fast allen anderen Indizes würde das an der Gewichtung nichts ändern, weil die vom gesamten Börsenwert (Aktienkurs mal Anzahl der Aktien) abhängt, und der ändert sich rein rechnerisch durch einen Split nicht. Aber der Dow Jones ist kein echter Index sondern ein Durchschnitt, der das Gewicht einer Aktie nach dem Börsenkurs und nicht nach dem Börsenwert bestimmt.

Apples Erfolg macht es nötig

Aufgrund des gewaltigen Kursanstiegs ist der Apple-Kurs auf über 500 Dollar geschnellt und ist damit das absolute Schwergewicht im Dow. Der Split reduziert den Kurs deutlich, so dass das Apple-Gewicht am Dow Jones stark sinkt. Das zieht auch den Anteil der Technologiewerte insgesamt nach unten, aktuell von 27,6% auf nur noch 20,3%.Das aber gefällt dem Indexanbieter gar nicht.

Neu Gesichter im Dow Jones

Weil Tech-Werte seit Jahren die Performance an den Börsen bestimmen, fürchtet er, dass der Dow durch den Rückgang an Attraktivität gegenüber anderen Indizes einbüsst. Die Lücke soll zum Teil durch Salesforce geschlossen werden, einem führenden und schnell wachsenden Anbieter von Cloud-Lösungen. Die Aktie bringt immerhin 181 Dollar auf die Waage. Auch der Biotech-Riese Amgen gilt als zukunftsträchtig und weist mit 235 Dollar einen hohen Kurs auf. Ähnliches gilt für den Mischkonzern Honeywell (160 Dollar), der in der Luft- und Raumfahrt, der Automatisierungstechnik und in der Spezialchemie seine Schwerpunkte hat.

Anleger müssen sich also an neue Gesichter im Dow Jones gewöhnen. Als erste Reaktion auf die Aufnahme in den Index sind die Kurse der drei Neuen nachbörslich einträchtig um 3 bis 4% gestiegen, während die 3 Alten jeweils rund 2% eingebüßt haben. Gut möglich, dass diese Scherenbewegung noch weitergeht, weil ETF und andere Indexfonds auf den Dow Jones die Austauschaktion nachvollziehen müssen. Allerdings ist die Bedeutung des Dow bei den ETF wesentlich geringer als die von S&P 500 und Nasdaq 100.

Foto: PublicDomainPictures /pixabay.com

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