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Rohstoffe leiden noch stärker als Aktien unter dem Coronavirus

An den Wertpapier- und Rohstoffmärkten gibt es derzeit fast nur das Thema Coronavirus. Die Angst vor einer weiteren rapiden Verbreitung in China und anderen Ländern sorgt für Verunsicherung. Mehr noch als die Aktienkurse sind davon die Rohstoffpreise betroffen. Warum eigentlich?

China ist der mit weitem Abstand größte Verbraucher von Rohstoffen, so gehen rund zwei Drittel aller Eisenerzexporte, etwa die Hälfte aller Kupferausfuhren und rund 15% aller Ölexporte in das Riesenreich. Auch bei anderen Rohstoffen, vor allem im Metallbereich, aber auch bei Agrargütern dominiert Chinas Verbrauch die Preisentwicklung. Deshalb ist der Ausbruch der neuen Viruserkrankung ein gewaltiger Schlag für die Rohhstoffpreise. Sie hatten sich zuletzt gut erholt, weil die Zuversicht in eine leichte Erholung der Weltkonjunktur und eine Stabilsierung von Chinas Wachstum das Interesse an Rohstoffen antrieb. Nicht ohne Grund zählten Rohstoffaktien in jüngster Zeit zu den favorisierten Branchen.

Seit dem Ausbruch des Coronavirus ist der Optimismus in Pessimismus umgeschlagen und spekulative Long-Positionen sind schnell abgebaut und in Short-Positionen umgewandelt worden. Die Preise sind gepurzelt, für Rohöl und Kupfer um nahezu 10% innerhalb einer Woche, und auch die meisten anderen Commodities – Ausnahme Krisengewinner Gold –  driften deutlich ab. Dazu beigetragen hat auch, dass Chinas drei wichtigste Rohstoffbörsen länger geschlossen bleiben als es wegen der Neujahrsferien geplant war. Dabei hatten Experten große Erwartungen in die Ferien gesetzt. Sie sollten mit einem Reise- und Shoppingboom die Konjunkturzuversicht stärken. Nun aber fallen viele Reisen ins Wasser, viele Menschen trauen sich nicht aus dem Haus und die in Wuhan und Umgebung stark vertretenen Industriebetriebe machen zeitweise dicht.

Trotzdem erwarten Experten nicht, dass der Virus die Weltwirtschaft für längere Zeit belasten wird. Sie verweisen auf das SARS-Virus 2003, als die Krankheitswelle nach einem halben Jahr vorüber war und ein Teil der Produktions- und Konsumausfälle aufgeholt wurde. So relativ glimpflich muss es diesmal nicht ablaufen – und so lange nicht klar ist, wie stark und weit sich das Virus ausbreitet, bis es gestoppt werden kann, werden die Märkte, speziell die Rohstoffmärkte verunsichert bleiben. Und in dieser Zeit dürften die Preise ausgeprägt schwanken und kaum richtig auf die Beine kommen.

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