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Ölpreis und Ölaktien bergen noch Phantasie

Wir merken es beim Tanken des Autos und beim Auffüllen der Heizöltanks schmerzlich: Der Ölpreis hat seit Anfang Februar um gut zehn Prozent zugelegt. Da gleichzeitig der Euro gehörig unter Druck geraten ist, sind die Preiserhöhungen hier zu Lande noch viel gewaltiger. Nicht nur Verbraucher fragen sich, ob die Ölpreisrallye anhält. Auch viele Anleger interessiert das brennend.

In der Analysten- und Händlerszene gehen die Meinungen weit auseinander. Prognosen eines Rückfalls des Barrelpreises von derzeit gut 80 auf 60 bis 70 Dollar nach dem Ende der Heizperiode treffen auf Vorhersagen eines Anstiegs auf 90 bis 100 Dollar. Die Öl-Pessimisten verweisen vor allem darauf, dass es das schwarze Gold in Hülle und Fülle gibt. Die OPEC produziert 1,5 bis 2 Millionen Barrel pro Tag mehr als es den gestern bestätigten Förderquoten entspricht, Saudi Arabien könnte auf Grund massiver Überkapazitäten quasi von heute auf morgen vier Millionen Faß pro Tag mehr aus dem Boden holen und die Ölförderländer insgesamt nehmen so viele neue Förderanlagen in Betrieb wie seit dem Boomjahr 2007 nicht mehr.

Aber auch die Optimisten haben schlagende Argumente. Der riesige Ölhunger der Emerging Markets und die bessere Konjunktur in den USA und Japan sorgen für eine wieder starker wachsende Nachfrage. Dazu kommen noch die Anlagekäufe, die das Zünglein an der Waage bilden dürften: Weil die Zinsen extrem niedrig sind und dies vorerst in den Industrieländern auch bleiben, suchen insbesondere Großanleger nach renditeträchtigen Anlagealternativen – und werden bei Rohstoffen wie Öl fündig.

Für Aufsehen hat in den vergangenen Tagen zudem Indien gesorgt. Der Subkontinent, dessen Wachstum mit zurzeit acht Prozent fast so hoch ist wie das in China, will in die Fußstapfen des großen Konkurrenten treten und sich verstärkt an der Erschließung und Ausbeutung von Ölfeldern beteiligen. Angedacht werden soll auch der Einstieg in Unternehmen aus der Branche. China hat in den vergangenen Jahren seine Ölreserven erhöht und sich den Zugang zu zahlreichen Rohstoffvorkommen gesichert.

Wenn nun Indien einen ähnlichen Weg geht, dürfte das den Ölpreis zusätzlich befeuern. Nicht nur deshalb spricht derzeit mehr für weiter steigende Preise als für einen Rückgang. Allerdings dürfte die Aufwärtsbewegung unter Schwankungen moderat ausfallen. Weil Saudi Arabien und einige andere besonnene OPEC-Staaten die momentanen Preise als optimal für sie und die Weltwirtschaft bezeichnen, dürften sie den Ölhahn weiter aufdrehen, sobald die Notierungen schnell und stark in die Höhe schießen.

Anleger, die mit Ölinvestments liebäugeln, dürften deshalb bei Öl- und anderen Energieaktien besser aufgehoben sein als bei Ölanlagen direkt. Zum einen sind sie günstig bewertet und liefern attraktive Dividendenrenditen, zum anderen dürfte die Suche Indiens nach Beteiligungen für Kursphantasie in diesem Sektor sorgen. Und die wird vermutlich mit jedem Einstieg von Schwellenländern in Ölfirmen und deren Zulieferern zusätzlich angefacht.

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