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Ölaktien – stolze Dividenden und viel Kursphantasie

Der steile Anstieg des Ölpreises seit dem Tief im Januar dieses Jahres hat die Aktien der großen Ölkonzerne wieder attraktiv gemacht. Die Kurse sind seither zwar schon gestiegen, aber recht moderat. Angesichts hoher Dividendenrenditen und einer Wiedererstarken der OPEC ist deshalb noch viel Luft nach oben.

Das Treffen der OPEC-Mitglieder Ende September in Algier hat eine neue Phase für die Ölmärkte eingeleitet. Denn das Kartell will nach Jahren der Überproduktion wieder die Preise in den Mittelpunkt rücken und nicht mehr auf Teufel komm raus produzieren und Marktanteile sichern. Da gestern nun mit Russland auch der größte globale Ölförderer seine Unterstützung für die Pläne zugesichert hat, spricht vieles dafür, dass die Ölpreise mittelfristig weiter klettern werden – falls die OPEC auf ihrer nächsten Konferenz im November in Wien tatsächlich ihre Pläne in Verträge gießt und wieder als Kartell agiert.

Der Ölpreis hat daraufhin gestern ein Jahreshoch erklommen und liegt nun um rund 90 % höher als noch im Januar. Das hat natürlich auch den Aktien der großen Ölkonzerne angetrieben – aber noch vergleichsweise moderat. Seit Jahresbeginn haben vier der Branchenriesen einträchtig zwischen 9 % und 12 % zugelegt: Exxon Mobil, Royal Dutch Shell, Chevron und BP. Dabei hat sich ihre Erlössituation durch die Erholung der Öl- und Gaspreise sowie gut ausgelasteter Raffinerien deutlich verbessert. Nicht nur die höheren Ölpreise wirken hier, sondern auch die enormen Kosteneinsparungen und die Kürzung der Investitionen in die Exploration neuer Felder. Das frei werdende Geld haben die Konzerne teilweise zum Aktienrückkauf genutzt, so dass sich der Gewinn jetzt auf deutlich weniger Aktien verteilt als noch vor einigen Jahren.

Am stärksten wirkt sich aber natürlich der Ölpreisanstieg aus. Die Konzerne weisen durchschnittliche Förderkosten von gut 20 Dollar je Barrel (Exxon und BP) bis zu knapp 40 Dollar (Chevron und Royal Dutch) aus. Bei 50 Dollar Ölpreis verdienen also Exxon und BP rund 30 Dollar je Barrel im Vergleich zu den knapp 10 Dollar am Tief. Und Chevron und Royal Dutch sind erst bei Notierungen zwischen 35 und 40 Dollar bei der Förderung in die schwarzen Zahlen gerutscht, der Gewinn-Turnaround ist also geglückt und die Gewinne steigen mit jedem Dollar, den die Preise zulegen, überproportional.

Die Aktien der vier Ölriesen sind deshalb aussichtsreich. Die Kurs-Gewinn-Verhältnisse auf Basis der geschätzten Gewinne für 2017 sind zwar mit Werten zwischen 15 (Royal Dutch) und 21 (Chevron) nicht gerade billig, aber die Prognosen basieren auf niedrigeren Ölpreise als sie derzeit sind. Hier ist also viel Revisionpotenzial nach oben vorhanden, wenn der Ölpreis weiter anzieht. Attraktiv sind dagegen die Dividendenrenditen, die zwischen 3,5 % (Exxon, Chevron) und 6,5 % (BP, Royal Dutch) liegen und ebenfalls mit höheren Ölpreisen Luft nach oben haben.

Wer die Qual der Wahl zwischen diesen Vieren vermeiden und zudem noch eine weitaus breitere Palette an Ölwerten bevorzugt, liegt mit ETFs auf Ölindizes richtig. Die großen ETF-Häuser haben allesamt Indexfonds auf den MSCI World Energy Index und den StoxxEurope 600 Oil & Gas im Angebot – und das zu geringen jährlichen Kosten von durchschnittlich 0,2 bis 0,3 %.

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