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Gibt der Börsengang von Healthineers der Siemens-Aktie einen Schub?

Nun soll es also ganz schnell gehen: Siemens will anscheinend schon im März seine Medizintechnik-Tochter Healthineers  an die Börse bringen. Der Elektronikkonzern will dadurch nicht nur ein paar Milliarden Euro einnehmen, sondern auch die lahme Siemens-Aktie in Schwung bringen. Ob das wohl gelingen wird?

Der geplante Börsengang von Healthineers wird wegen des augenblicklich guten Börsenklimas vorgezogen. Mit einem Volumen von bis zu 10 Milliarden Euro wäre es die größte deutsche Neuemission seit über 21 Jahren. Die 10 Milliarden kämen zustande, wenn Siemens 25% seiner Aktien veräußern würde – und wenn die Anleger bereit sind, die Medizintechnik-Tochter mit insgesamt 40 Milliarden Euro zu bewerten, was angesichts der Bewertungsrelationen der großen Konkurrenten des sechstgrößten Medizintechnikunternehmens der Welt machbar erscheint. Wie wichtig die Tochter für die Mutter ist, zeigt schon, dass 40 Milliarden Euro Börsenwert fast 40% der Marktkapitalisierung von Siemens entsprechen – die beträgt knapp 103 Milliarden Euro. Und das, obwohl die Tochter nur 16% zum Umsatz beiträgt (Geschäftsjahr 2016/17).

Ein Erfolg von Healthineers könnte damit dem Siemens-Kurs Flügel verleihen. Erstens, weil Siemens ja weiterhin den Großteil des Healthineers-Gewinns kassiert, der mit 2,5 Milliarden Euro und einer Ergebnismarge von 18,1% innerhalb des Konzern Spitze ist. Zweitens, weil Siemens mit den Milliarden aus dem Börsengang mehr Geld in das Kerngeschäft rund um Digitalisierung, Automatisierung und Elektrifizierung stecken und dadurch schneller wachsen kann. Drittens, weil Healthineers eigenständig am Kapitalmarkt Geld aufnehmen kann und und die erwarteten hohen Investitionen und Zukäufe nicht mehr von der Mutter gestemmt werden müssen, und viertens weil eine hohe Bewertung der Medizintechnik-Tochter den Blick auf andere attraktive Teilbereiche des Konzern lenken würde – insbesondere auf die Digital Factory, die stark wächst und die ähnlich gut verdient wie Healthineers.

Das alles könnte die Bewertung von Siemens, die mit einem erwarteten KGV für das nächste Geschäftsjahr von 13,5 und einer Dividendenrendite von über 3% ausbaufähig ist, in die Höhe treiben – und damit natürlich den Kurs. Der hinkt seit Jahren hinter dem DAX her. In den letzten 12 Monaten hat er gerade mal um 4% zugelegt – der DAX um 16%. Jedenfalls sollten Siemens-Aktionäre den Börsengang und künftig auch den Kurs von Healthineers im Auge behalten, weil er den Wert der Mutter maßgeblich mitbestimmen wird. Und sie wie die Interessenten für die Healthineers-Aktie sollten genau hinschauen, welche Informationen Siemens am 16. Januar auf dem Siemens Capital Market Day gibt. Denn diese Konferenz ist allein dem Börsengang von Healthineers gewidmet und dürfte Aufschluss über dessen Details geben.

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