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Freitagsfrage – Was ist eigentlich Dynamic Currency Conversion (DCC) – und hab ich was davon?

Im Euro-Ausland kommt es immer wieder vor, dass Verbraucher beim Bezahlen mit Kreditkarte oder beim Geldabheben gefragt werden, ob sie direkt in Euro zahlen möchten. Doch bei der so genannten Dynamic Currency Conversion (DCC) – oder zu deutsch Direktumrechnung – ist Vorsicht geboten.
Neulich in London beim Shopping: Endlich habe ich mich durchgerungen, den schicken Mantel zu kaufen, da wird man schon wieder mit der nächsten Entscheidung konfrontiert: „Wollen Sie direkt in Euro oder in Pfund bezahlen“, fragt mich das Kartenterminal, in dem meine Kreditkarte steckt. Ich schaue etwas ratlos drein – doch zum Glück weiß meine Freundin, die in London wohnt und die Frage kennt, Bescheid und rät mir zur Zahlung in Pfund.

Ob beim Städtetrip in London oder Zürich oder auf der Rundreise durch Polen – wenn Verbraucher mit ihrer Kredit- oder EC-Karte im Euro-Ausland zahlen möchten, bekommen sie gerne die Zahlung direkt unmittelbar in Euro angeboten. Das hat den augenscheinlichen Vorteil, dass man sofort weiß, was man genau bezahlt. Doch diese Transparenz ist nicht billig, denn bei der sofortigen Währungsumrechnung („Dynamic Currency Conversion“ (DCC)) ist Vorsicht geboten: Denn der sofortige Umrechnungsservice kostet den Verbraucher Geld, weil der Händler beziehungsweise sein Kartenzahlungsprovider daran eine – manchmal satte – Marge verdient.

„Verbraucher sollten mit ihrer Karte immer in Landeswährung zahlen, das spart Geld!“, rät daher Katarzyna Trietz vom Deutsch-Polnischen Verbraucherinformationszentrum (VIZ) der Verbraucherzentrale (VZ) Brandenburg. Auch andere Branchenexperten raten Verbrauchern generell davon ab, gleich in Euro zu zahlen. Zwar nehme auch die eigene Bank bei der Währungsumrechnung eine Marge, doch die Kursstellung erfolge eng an den internationalen Devisenkursen.

Das Problem der Direktumrechnung tritt auch beim Abheben am Geldautomaten auf. Hier berichtet etwa die VZ Brandenburg davon, dass Verbrauchern in den letzten Wochen schon mal ein Kurs von 3,8 Zloty pro Euro angeboten wurde; wer die Abrechnung in Landeswährung wählt, habe dagegen 4,1 Zloty pro Euro erhalten – ein erheblicher Unterschied, der ganz schön ins Geld geht.

Verbraucher sollten sich bei Reisen ins Euro-Ausland über die Währungskurse informieren – etwa auf der Website der Europäischen Zentralbank.

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1Kommentar
  1. Sg. blogspot,
    mich würde interessieren, ob es schon irgendwelche Maßnahmen gegen die offensichtlich erkannte Abzocke bei Behebungsvorgängen gegeben hat, eine Beschwerdestelle hierfür gibt. Es ist für mich unvorstellbar, daß diese ofensichtliche inhaltslose, hinter modernen Begriffen versteckte Weise, Kunden Geld auf dem Gebührenweg aus der Tasche zu ziehen nicht weiter unterbunden wird. Hier wird moderne, aber inhaltlose Finanzkreativität zum Kredo erhoben und scheinbar kritiklos hingenommen.

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