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Freitagsfrage: Warum werden Aktienfonds geschlossen und dennoch gehandelt?

Es ist paradox: Eine Fondsgesellschaft kassiert hohe Gebühren, wenn sie viel Geld verwaltet. Dennoch verkauft sie manchmal Fonds nicht mehr, selbst wenn – oder gerade weil – diese sehr erfolgreich ist. Vor kurzem stellte zum Beispiel die DWS den Verkauf von Anteilen des DWS Aktien Strategie Deutschland ein. Was steckt dahinter?

Mit einem Fondsvolumen von rund 3,2 Milliarden Euro habe das Portfolio des DWS Aktien Strategie Deutschland die „Kapazitätsgrenze“ erreicht, heißt es bei der DWS. „Mit einem weiteren Anstieg des Fondvolumens kann die Umsetzung von Investmentansatz und -philosophie nicht mehr gewährleistet werden.“ Im Klartext: Mehr Geld lässt sich nicht mehr ohne Probleme verwalten. Wie kann das sein?

Ein  Fondsmanager muss darauf achten, dass er beim Kauf nicht zu viel für die Aktien bezahlt und beim Verkauf auch entsprechend den Preis nicht zu stark nach unten drückt, weil seine Verkaufsorder zu groß ist. Denn dadurch würde er zu teuer einkaufen oder zu hoch verkaufen – beides würde seine Performance schmälern.

Der Einfluss auf den Kurs einer Aktie ist umso größer, je weniger Aktien umgesetzt werden, also je illiquider der Handel ist. Angenommen, ein Fondsmanager will 100.000 Allianz-Aktien erwerben, dann platziert er gewöhnlich mehrere Aufträge, wird aber den Kurs kaum beeinflussen, weil täglich mehrere Millionen Aktien den Besitzer wechseln. Will er aber hingegen Spezialtitel erwerben, bei denen nur 50.000 Aktien am Tag gehandelt werden, würde der Kurs einen rasanten Sprung nach oben machen.

Stellt der Fondsmanager also fest, dass er ab einem bestimmten Punkt Probleme bekommt, jederzeit zu vernünftigen Preisen wieder aussteigen zu können, macht es Sinn, den Anteilsverkauf vorübergehend einzustellen. Das kann mehrere Monate, aber auch ein Jahr und länger der Fall sein. Der Vertrieb wird üblicherweise erst dann wieder aufgenommen, wenn die Anleger entsprechend viele Anteile zurückgegeben haben und/oder das Management überzeugt ist, dass die Zielpositionen zu soliden Konditionen ge- und verkauft werden können.

In der Zwischenzeit nimmt die Fondsgesellschaft die Anteile nur zurück und verkauft keine an die Anleger. An der Börse wird der Fonds dennoch gehandelt. Sprich Anleger können dort kleinere Aufträge platzieren. Da die Kurse jedoch sehr stark schwanken können, sollten die Aufträge außerst streng limitiert werden.

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