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Ein tiefschürfendes Buch über Warren Buffett

Wenn ein Buch das „Gütesiegel“ des berühmtesten und
erfolgreichsten Investors unserer Zeit bekommt, nämlich von Warren Buffett, dann
muss es schon ein besonderes Werk sein. Und das ist es auch, das gerade auf den
Markt gekommene Buch unserer Kollegin Gisela Baur. Es heißt „Warren Buffett,
der Jahrhundertkapitalist“, erschienen im FinanzBuchverlag FBV. Buffett hat die
englische Übersetzung bereits gelesen und er lobt die Biografie als „fundierte,
umfassende und wirklich gut geschriebene Geschichte meines Lebens.“

Klar, auch ich finde Gisela Baurs Buch hervorragend. Da
jedoch mein Urteil durch fast ein Vierteljahrhundert erfolgreicher
Zusammenarbeit mit meiner Kollegin naturgemäß stark subjektiv ist, verweise ich
lieber auf objektive Faktoren, die
dieses Buch so lesenswert machen.

Biografien über Warren Buffett gibt es inzwischen in rauen
Mengen, aber die allermeisten sind von Amerikanern für Amerikaner geschrieben
und ins Deutsche übersetzt worden. Gisela Baur dagegen hat von Vornherein die
deutschen Leser und deren wahrscheinliche Interessen  im Blick. Das unterscheidet das Buch schon
einmal deutlich von den meisten anderen.

Die Autorin kennt  – und das macht das Buch besonders wertvoll – Warren Buffett seit über zwei Jahrzehnten persönlich. Und wenn man ihre zahlreichen Interviews fürs Fernsehen, für Zeitschriften
und Internetportale gesehen und gelesen hat, weiß man, dass da zwei auf einer Wellenlänge funken
– der Milliardär und die Finanzjournalistin. Und dieses gegenseitige Vertrauen kommt
im Buch noch mehr zum Vorschein. Gisela Baur trifft zudem nicht nur Warren
Buffett meistens mehrmals im Jahr, sondern auch sein Umfeld, seinen kongenialen
Partner Charlie Munger, seine potenziellen Nachfolger als Chefs von Berkshire
Hathaway, seine Sekretärin und seine Familie. Dadurch erhält das Buch
wertvollen und vor allem persönlichen Input, der bei anderen Biografien
meistens fehlt. 

Gisela Baur beweist am Beispiel Buffetts, dass
wirtschaftlicher und finanzieller Erfolg auch mit hoher Moral, vorurteilsfreiem
und dem Gemeinwohl verpflichteten Denken und beeindruckender Großzügigkeit einhergehen können, ja dadurch erst dauerhaft ermöglicht wird. Ganz im Gegensatz zu Donald
Trump, wie die Autorin beschreibt.  Schließlich
ist Buffett der Mensch auf Erden, der am meisten Geld – nämlich fast sein
gesamtes riesiges Milliardenvermögen – an wohltätige Organisationen spendet. 

Dabei ist „Warren Buffett, der Jahrhundertkapitalist“ gar
keine lupenreine Biografie. In dem Buch verfolgt die Autorin zwar den Weg der
Buffetts von Abraham Lincoln bis Donald Trump; aber sie verknüpft das kenntnis-
und detailreich mit der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung in den
USA. Und natürlich mit dem Auf und Ab der Finanzmärkte, auf denen Warren Buffet
seit vielen Jahrzehnten eine prägende Rolle spielt. Das Buch zeigt dabei ganz
ausgezeichnet die wirtschaftsgeschichtlichen Zusammenhänge mit dem Börsengeschehen auf. Und das nicht nur
am Beispiel der USA, sondern auch Deutschlands und der Weltwirtschaft
insgesamt.  

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