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Direktbanken – raus aus der Nische

Deutschlands Direktbanken gewinnen immer mehr Kunden: Sind es heute bereits rund 14 Millionen Kunden, so sollen es bis zum Jahr 2015 schon rund 19,5 Millionen sein, wie eine Studie der Unternehmensberatung Investors Marketing zeigt.

Ganz klar: Direktbanken sind längst nicht mehr die Exoten unter den Banken. Ganz im Gegenteil: Die herkömmlichen Filialbanken müssen auf mittlere Sicht zusehen, dass sie nicht bald unter Artenschutz gestellt werden. Ein Viertel der Direktbanken-Kunden gibt nämlich heute schon an, dass ihr Institut auch ihre Hausbank ist. Auch im Einlagengeschäft können die Direktbanken seit Jahren Marktanteile gewinnen, einfache, verständliche Produkte wie Tagesgeldkonten haben sie erst populär gemacht und sind damit kontinuierlich gewachsen. Den Filialbanken droht damit eine weitere Erosion ihrer Kundenbasis.

Doch wie am besten kontern? Die Antwort darauf fällt nicht leicht in Zeiten, in denen das Internet eine immer wichtigere Rolle auch bei der Vermittlung von Finanzprodukten spielt. Und gerade deshalb kommt es darauf an, dass sich die Institute auf das besinnen, was mit einem Filialnetz und Beratern aus Fleisch und Blut eigentlich möglich sein müsste: Wirklich gute und bedarfsgerechte Beratung. Doch sie ist leider derzeit oft eher die Ausnahme als die Regel, wie eine jüngste Untersuchung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zeigt. Denn der Gegensatz von provisionsorientiertem Vertrieb und wirklich anlegergerechter Beratung ist einfach zu groß, der Mehrwert einer filialbasierten Beratung für immer mehr Verbraucher nicht mehr zu erkennen. Man kann es ihnen nicht verdenken.

Dieser Gegensatz zwischen Anspruch und Wirklichkeit lässt sich dauerhaft vermutlich nur dann überbrücken, wenn bei Banken Produkterstellung und -vertrieb getrennt werden, wenn der Vertrieb nicht mehr von Provisionen gesteuert wird und die Verbraucher klar erkennen können, wie viel die Finanzprodukte wirklich kosten. Doch bis es soweit ist, ist es ein weiter Weg. Filialbanken, die das heute erkennen und sich mutig selbst neu erfinden, könnte die Zukunft gehören.

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