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Die Erholung des Euro ist noch nicht zu Ende

Wie Phönix aus der Asche ist der Euro zu einem Star an den Devisenmärkten aufgestiegen. Zehn Prozent Kursplus binnen sechs Wochen – das hatten selbst diejenigen nicht erwartet, die nach der langen und rasanten Talfahrt der Gemeinschaftswährung auf eine technische Korrektur gesetzt hatten. Und einiges spricht dafür, dass die Euro-Rallye zwar eine Pause einlegt, aber noch nicht am Ende angelangt ist.

Als der Euro auf Kurse unterhalb von 1,20 Dollar abgesackt war, schien es nur noch eine Frage der Zeit, bis er zur Leitwährung Dollar eins zu eins notieren würde. Der Pessimismus war aber Anfang Juni so abgrundtief und der Euro so stark überverkauft, dass eine Erholung in der Luft lag. Dass sie jedoch so vehement verlaufen würde, lag weniger an der Attraktivität der Gemeinschaftswährung, sondern mehr an der nachlassenden Lust auf den Dollar. Denn die Konjunkturdaten machten mehr und mehr klar, dass Amerikas Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte deutlich an Elan einbüssen wird – und deswegen die US-Notenbank Fed ihre Nullzinspolitik noch wesentlich länger als erwartet beibehalten wird. Da gleichzeitig die Angst vor einer Pleite der europäischen Defizitsünder nachließ, profitierte der Euro überdurchschnittlich von der plötzlichen Dollar-Schwäche.
Eine alte Regel an den Devisenmärkten besagt, dass der Dollar langfristig stets die Richtung einschlägt, die für die USA am besten ist. Lange Zeit herrschte Inflationsfurcht in Amerika – und die konnte ein starker Greenback lindern helfen. Jetzt herrschen Konjunktursorgen – und die vermag ein schwächerer Dollar zu mildern. Einige US-Unternehmen – wie gestern IBM und Texas Instruments – haben ihre leicht enttäuschenden Quartalszahlen zum Teil ja dem starken Greenback in die Schuhe geschoben.

Das hohe Tempo der Euro-Erholung, die relativ zu Amerika bessere europäische Konjunktur und die anhaltende Nullzinspolitik der USA sprechen dafür, dass die Gemeinschaftswährung vorerst weiter nach oben eilt. Kurse um 1,35 Euro sind das nächste Ziel. Das wäre dann die berühmte 50-Prozent-Reaktion auf den vorangegangenen Absturz. Beflügeln könnte den Euro kurzfristig der europäische Banken-Stresstest, der am kommenden Freitag nach Börsenschluss veröffentlicht wird. Fällt er, was zu erwarten ist, recht positiv aus, erhöht das das Vertrauen in Europas Finanzsystem. Dass die Umpositionierung aus Dollar in Euro ungebrochen ist, zeigt sich auch daran, dass Europas Währung nur kurz nach unten zuckte und dann weiter kletterte, als gestern die Rating-Abstufung für Irland bekannt wurde. Vor einem Vierteljahr hätte das vermutlich noch ein Blutbad verursacht.

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