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Der schwache Euro könnte für eine Rallye bei DAX und EuroStoxx sorgen

Seit genau einem Vierteljahr schwankt der DAX in der engen Bandbreite zwischen rund 10 000 und 10 750 Punkten. Viele Anleger haben deshalb die Hoffnung auf eine Jahresendrallye schon aufgegeben. Aber mit der jüngsten Abschwächung des Euro gegenüber dem Dollar haben sich die Chancen für einen Ausbruch aus der Seitwärtsrange verbessert. Denn das hilft den Unternehmensgewinnen auf die Beine.

Die professionellen Anleger mögen europäische Aktien derzeit nicht besonders. Das sieht man daran, dass Aktienfonds mit Schwerpunkt Europa nach Angaben der Bank of America inzwischen 36 Wochen in Folge Mittelabflüsse zu verzeichnen haben. Allerdings hat sich der Aderlass zuletzt deutlich verlangsamt. Der nicht mehr ganz so große Pessimismus dürfte damit zusammenhängen, dass die Konjunkturdaten in Euroland und speziell Deutschland zuletzt eher positiv überrascht haben und die Wachstumsschätzungen minimal aufwärts korrigiert worden sind.

Die Konjunkturaussichten dürften sich sogar weiter verbessern. Denn der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren – und das stützt den Export der ausfuhrlastigen Eurozone und insbesondere Deutschlands. Vor allem aber verbessert es die Gewinnaussichten vieler Unternehmen aus dem Industriebereich merklich. Und das könnte den Anstoß für eine Kursrallye geben.

Schließlich sind Europas Aktien hinsichtlich ihrer Bewertung deutlich günstiger als die amerikanischen, die wiederum unter dem stärkeren Dollar zu leiden haben. Der DAX notiert mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (für 2017) von 12,5 nur knapp über seinem historischen Mittelwert, der EuroStoxx 50 mit 11,8 ebenfalls. Im Gegensatz dazu sind US-Titel mit einem KGV von 17 fast 20 Prozent höher bewertet als im langfristigen Durchschnitt. Und die Dividendenrendite überragt im EuroStoxx mit 3,7  Prozent und im DAX mit 2,9 Prozent die Zinsen für Staats- und sichere Firmenanleihen meilenweit. Denn die liegen ja im Minusbereich oder nur leicht über Null Prozent.

In den letzten drei Monaten hat der Euro gegenüber dem Dollar knapp fünf Cents oder vier Prozent verloren. Nach einer alten Faustregel bringt jeder Cent, den der Euro schwächer wird, die DAX-Gewinne um 0,7 bis 0,8 Prozent voran – das wären, falls der Dollar so stark bleibt, immerhin drei bis vier Prozent höhere Gewinne. Zudem deutet einiges darauf hin, dass der Dollar mittelfristig noch weiter aufwertet. Während die US-Notenbank voraussichtlich im Dezember ihren Leitzins anheben wird, ist ein derartiger Schritt bei der EZB weit und breit nicht zu sehen. Das aber erhöht den Zinsvorsprung von Dollaranlagen und wirkt so tendenziell preistreibend für den Greenback. Und damit auch für die Firmengewinne der Europäer und somit auch für die Kurse von DAX und EuroStoxx.

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