Unser Blog zu Geldanlage, Börse und ETF

Home » Unser Blog zu Geldanlage, Börse und ETF » Aktien & Börse » Commerzbank-Aktie: Kleine Ursache, große Wirkung

Commerzbank-Aktie: Kleine Ursache, große Wirkung

Die Commerzbank-Aktie hat wieder Fahrt aufgenommen: Fast sechs Prozent Kursaufschlag seit dem Vorwochenschluß auf 11,25 Euro am Dienstag-Vormittag werden vor allem dem Verkauf von Schiffskrediten zugeschrieben. Aber hinter dem Kursanstieg steckt weitaus mehr.

Um 280 Millionen Euro hat die Commerzbank ihr Portfolio an Schiffskrediten mit dem Verkauf an den Finanzinvestor Oaktree reduziert. Das hört sich nach viel an, ist aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein des Kreditbuchs der zweitgrößten deutschen Bank.

Denn dieser Betrag macht gerade einmal knapp zwei Prozent aller Schiffsfinanzierungen der Frankfurter aus, gemessen an den Problemkrediten in diesem Bereich, den Non-Performing Loans, sind es gut sechs Prozent. Im Vergleich zur Bilanzsumme von 593 Milliarden Euro Ende September ist es gar weniger als 0,1 Prozent.

Die schiere Größe des Geschäfts reicht also kaum aus, den neuerlichen Kursschub der CoBa-Aktie zu erklären.

Vielmehr dürften längerfristige Überlegungen ein Rolle spielen, die von dem Deal angeregt worden sind: Erstens hat sich gezeigt, dass die Nachfrage von Finanzinvestoren nach Schiffskrediten schlagartig steigt. Das hängt vor allem damit zusammen, das die internationalen Frachtraten für Schiffstransporte, die der auch als Konjunkturindikator viel beachtete Baltic Dry Index misst, steil nach oben strebt.

Inzwischen hat er die in meinem Beitrag vom 2. Dezember genannten Bereich von 2000 Punkten deutlich übersprungen und mit über 2300 Punkten ein Dreijahreshoch erreicht. Da die Gefahr von Kreditausfällen in der Schiffsfinanzierung damit stark abnimmt, verbessert sich die Position der Commerzbank merklich, da Schiffskredite noch im Sommer ihre größte Achillesferse waren.

Zweitens hat sich gezeigt, dass die Commerzbank beim Verkauf des 280-Millionen-Portfolios offensichtlich mehr als erwartet erlösen konnte. Die Strategie der Commerzbank war also richtig, dem Rat von Ratingagenturen und Analysten nicht zu folgen, die Schiffskredite schnell um jeden Preis loszuschlagen. Der Vorstand hat immer betont, das langsam und wertschonend zu machen, was an der Börse lange Zeit negativ ausgelegt wurde.

Der Verkauf an Oaktree und die neue Entwicklung am Schiffsmarkt erspart der Bank im Laufe der Jahre vermutlich Milliarden an Wertberichtigungen und Hunderte Millionen an Eigenkapital. Und das ist durchaus einen Kursaufschlag wert.

Zumal für die Schiffsfinanzierer und damit für die CoBa das Beste erst noch kommen soll: Eine neue Analyse der Investmentbank Morgan Stanley sagt einen zwei Jahre währenden Anstieg der Frachtraten für Schiffe voraus. Sollte das eintreffen, wäre die Commerzbank endgültig aus dem Gröbsten heraus.

Mehr Beiträge vom finanzjournalisten blog

Weitere Beiträge
Schlagwörter:
Geldanlage

0 Kommentare

Themen

Archiv

Autoren

Blog abonnieren

Unsere Bücher

Alle Bücher

Unser Team