Unser Blog zu Geldanlage, Börse und ETF

Steuer ETF und Fonds - Vorabpauschale 2021
Home » Unser Blog zu Geldanlage, Börse und ETF » Steuern » Vorabpauschale 2022 wird nicht erhoben

Vorabpauschale 2022 wird nicht erhoben

Sie halten in Ihrem Depot aktiv gemanagte Fonds oder ETF, die ihre Erträge nicht ausschütten, sondern sofort wieder anlegen – also thesaurieren, wie das in der Fachsprache heißt? Dann haben Sie vielleicht schon Bekanntschaft mit dem Begriff der Vorabpauschale gemacht. Sie dient als Basis für die Besteuerung dieser Art von Fonds oder ETF. Doch wie hoch fällt denn eigentlich die Vorabpauschale 2022 aus – und wie läuft das mit der Besteuerung?

Vorabpauschale 2022 wird nicht erhoben

Der Jahreswechsel ist auch für Anleger mit voll- oder teilthesaurierenden (also Erträge wiederanlegenden) Fonds und ETF immer wieder ein wichtiger Termin. Denn bei diesen Fonds müssen die Banken jährlich eine Vorabpauschale als fiktiven Ertrag errechnen. Die 25-prozentige Abgeltungsteuer wird dann am Anfang des Folgejahres auf die Vorabpauschale abgezogen. Vorausgesetzt, Sie als Anleger haben dann bereits ihren Freistellungsauftrag von 801 Euro ausgeschöpft. Das betrifft also vor allem Anleger mit etwas größerem Vermögen.

Fondssparer mit großem Depotinhalt sollten daher am Jahresbeginn für genügend Geld auf ihrem Verrechnungskonto  sorgen. Denn die Vorabpauschale gilt stets nach Ablauf eines Jahres als zugeflossen und wird dann mit 25 Prozent besteuert. Liegt zu wenig Geld auf dem Verrechnungskonto, wird womöglich sogar der Dispokredit in Anspruch genommen.

Zur Erinnerung: Geschaffen wurde die Vorabpauschale mit der Fondssteuererform 2018, damit der Fiskus auch bei nicht-auschüttenden Fonds einen Anteil an deren Erträgen kassieren kann. Doch nach 2021 geht diese Hoffnung des Fiskus auch für das Jahr 2022 nicht auf. Denn auch die Vorabpauschale 2022 wird nicht erhoben, wie  das Bundesfinanzministerium gerade mitgeteilt hat. Und das war bereits vorher absehbar. Doch woran liegt das?

Vorabpauschale soll Anlegern das Leben einfacher machen

Die Höhe der Vorabpauschale ist im Sinkflug, seit es sie gibt  –  ebenso so wie das Zinsniveau. Daran ist die Vorabpauschale nämlich gekoppelt. Für 2018 betrug die Vorabpauschale noch 0,609 Prozent, für 2019 schon nur noch 0,364 Prozent, für 2020 sogar nur magere 0,049 Prozent, für 2021 wurde sie erstmals nicht erhoben. Denn der Basiszins, der für ihre Berechnung relevant ist, ist im Laufe der Zeit immer weiter ins Minus gerutscht. Im Jahr 2021 gab es seit dem 26.10. keinen Tag mehr, an denen der Referenzzins der Bundesbank, der für die Berechnung maßgeblich ist, positiv war. Der entscheidende Stichtag für die Vorabpauschale 2022 war nun der 3. Januar 2022. An diesem Tag lag der Zins bei -0,05 Prozent. Da die Vorabpauschale nicht negativ werden darf, beträgt sie daher wieder Null. Eine gute Nachricht also für die Anleger, die Anfang 2023 deshalb erneut nichts abgezogen bekommen.

Vorabpauschale wurde mit Fondssteuerreform eingeführt

Zur Erinnerung: 2018 wurde die Fondsbesteuerung in Deutschland geändert. In diesem Zusammenhang wurde die Vorabpauschale eingeführt. Sie macht Anlegern mit Depot im Inland das Leben leichter. Denn sie bekommen nun automatisch am Beginn eines neuen Jahres 25 Prozent Abgeltungsteuer auf die Vorabpauschale abgezogen. Früher mussten sie umständlich Jahr für Jahr die Erträge von thesaurierenden Fonds in ihrer Steuererklärung angeben. Ein sehr mühseliges Unterfangen.

Wer es genau wissen will, wie sich die Vorabpauschale genau berechnet, findet dazu Infos hier bei uns im Blog. Die Details regelt Paragraph 18 des Investmentsteuergesetzes. Überblicksinfos zur Fondsbesteuerung finden Sie auch in unseren Büchern „Anlegen mit ETF“ und „Die Finanztest-Strategie.

Foto: angelolucas /pixabay

Weitere Beiträge
0 Kommentare

Kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis zum Datenschutz

Themen

Archiv

Autoren

Blog abonnieren

Unsere Bücher

Alle Bücher

Unser Team