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Warum der Börsencrash in der Türkei nachhaltig sein dürfte

Gut eineinhalb Wochen ist es her, dass der Militärputsch in der Türkei niedergeschlagen wurde. Seither haben Präsident Recep Tayyip Erdoğan und seine Gefolgsleute hart zurückgeschlagen. Die türkische Börse befindet sich seitdem auf Talfahrt – und das dürfte erst einmal so bleiben.

Denn die Aussichten für die türkische Wirtschaft sind düster. Der Boom der vergangenen Jahre dürfte erst einmal vorbei sein. Gleich mehrere Faktoren belasten die Konjunktur erheblich:

  • Der Tourismus leidet: Als Ferienziel war die Türkei ohnehin schon durch die Serie von Terroranschlägen unattraktiver geworden. Nun meiden noch mehr Gäste das Land aus politischen Gründen. Der Tourismus trägt aber erheblich zur Wirtschaftsleistung der Türkei bei. Knapp 13 Prozent des BIP erwirtschaftete dieser Sektor 2015.
  • Als Reaktion auf den Putsch entließ die Regierung zehntausende Lehrer, Justizbeamte und schloss Medienunternehmen. Sie erhöhen nicht nur die Arbeitslosigkeit, ihre Leistungen in Justiz und Bildung werden nicht so schnell zu ersetzen sein.
  • Die türkische Wirtschaft hat einen langen Aufschwung hinter sich – doch es gelang nie, den Boom auf eigene Füße zu stellen. Aufgrund eines hohen Leistungsbilanzdefizites ist die Türkei auf ausländische Investitionen angewiesen. Die dürften nun aufgrund der politischen Lage stark zurückgehen und die Börsen sowie die Währung langfristig unter Druck halten.
  •  Die Türkei verliert zunehmend ihre Rolle als Brücke zwischen Westeuropa und der arabischen Welt. Eine schnelle Fortsetzung der EU-Beitrittsverhandlungen erscheint ausgeschlossen.

Präsident Erdogan sieht zwar keinen Anlass zur Sorge. Investoren ziehen aber bereits massive Kapital ab und die Rating Agenturen S& P und Fitch haben das Land bereits herabgestuft, Moody’s prüft derzeit sein Rating.
 

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