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Sind Lebensmittelspekulanten doch die Guten?

Zu den vermeintlichen Wahrheiten der Finanzmärkte gehört die Aussage: Spekulanten sind schlechte Menschen – und ganz besonders verwerflich sind diejenigen, die mit Nahrungsmitteln wetten. Immerhin sind die für Hunger und Elend mitverantwortlich. Doch stimmt das auch? Eine Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und des Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung behauptet nun das Gegenteil.

Nicht die Spekulanten, so die Forscher, sondern einige fundamentale Faktoren hätten die Preise für Nahrungsmittel in die Höhe getrieben. Da ist zum einen der zunehmende globale Fleischverbrauch, der mit dem steigenden Wohlstand in vielen Schwellenländern einhergeht. Auch Lagerengpässe und die Verwendung von Lebensmitteln zur Energiegewinnung seien verantwortlich.

Spekulanten spielten dagegen vor allem eine positive Rolle. Als Gegenpart bei Termingeschäften  verschafften sie den Produzenten  Planungssicherheit – unabhängig von Preisschwankungen auf dem Markt. Stimmt das, haben wir den Falschen unrecht getan?

Die Antwort ist ein klares Jein. Denn wie immer ist die Realität komplex. Spekulanten, die einem Produzenten ein Termingeschäft anbieten, verknappen das Angebot natürlich nicht. Denn wenn der Kontrakt fällig wird, werden sie die Lebensmittel – übrigens ein verderbliches Gut – möglichst schnell auf den Markt bringen.

Spekulationen als reine Papiergeschäfte können aber tatsächlich dazu beitragen, dass sich die Preise überhitzen. Das gilt für all die, die niemals vorhaben, Tonnen von Lebensmitteln einzulagern oder weiter zu verkaufen. Wenn viele auf einmal auf – sagen wir mal Weizen – setzen wollen, weil das gerade attraktiv wird und entsprechend wenig Weizen da ist, steigt eben der Preis.

Daher gilt für mich: Real gedeckte Termingeschäfte gehören nicht nur zu den ältesten Kontrakten überhaupt, sie sind auch wichtig und sinnvoll. Auch sie sind natürlich Spekulationen auf künftige Preise. Das heißt aber nicht, dass alle Geschäfte und Derivate auf Nahrungsmittel Nutzen bringen. Im Gegenteil.

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