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Erdogan übertönt die Konjunkturprobleme der Türkei

Deutschland immer noch ein Naziland? Der türkische Präsident Erdogan geht auf Konfrontationskurs mit Deutschland. Die Bundesregierung reagiert erwartungsgemäß empört. Das wird die wachsenden wirtschaftlichen Probleme der Türkei nicht verbessern, aber vielleicht eine Weile übertönen.

Seit dem Putschversuch im vergangenen Jahr rutscht die Regierung in der Türkei immer mehr in Richtung Autokratie und die Wirtschaft in Richtung Krise. Denn die Verunsicherung unter Touristen, Investoren und Handelspartnern haben den jahrelangen Boom abgewürgt. Nun kommt eine weitere Schreckensnachricht hinzu: Die Inflation ist wieder da. Im Februar stieg sie auf 10,1 Prozent und wird damit erstmals seit fast fünf Jahren wieder zweistellig.

Schuld ist vor allem der schwache Kurs der Türkischen Lira, der Importe wesentlich verteuert. Beobachter erwarten daher, dass die Zentralbank nun bald die Zinsen erhöht, um die Währung zu stützen. Doch das würde die Wirtschaft weiter belasten. Die leidet ohnehin seit dem Putschversuch unter der Skepsis der ausländischen Partner. Touristen bleiben fern und Investoren halten sich bei neuen Projekten zurück.

Präsident Erdogan kann das nicht recht sein. Er will in wenigen Wochen seine Macht durch ein Verfassungsreferendum ausbauen, da kommen wirtschaftlichen Probleme zur Unzeit. Immerhin hat er die Herzen der Wähler auch dadurch gewonnen, dass er der Türkei zuvor jahrelang einen  beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg verschafft hatte.

Seine Attacken gegen Deutschland werden die Probleme der Wirtschaft sicher vergrößern, immerhin ist Deutschland ein wichtiger Handelspartner und Investor. Allerdings geraten diese Themen bei dem ganzen Gepolter eher in den Hintergrund. Für Erdogan mag diese Strategie vielleicht aufgehen, Anleger sollten allerdings auf jeden Fall weiter denken als bis zum Wahltag.

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