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Chinas Schwäche ist gefährlich für Wirtschaft und Börsen

Können 7,5 Prozent Wachstum Schwäche sein? Ja, wenn das betroffene
Land China ist und über Jahrzehnte zweistellig gewachsen ist. Und das
muss die ganze Welt interessieren. Denn Chinas Stärke hat bislang
wesentlich dazu beigetragen, die angeschlagenen etablierten
Industrieländer über Wasser zu halten. Doch seine Rolle als
Weltwirtschaftsstabilisator könnte China nun verlieren.
Denn
während die Euroländer und auch die USA von Finanzkrise und Eurorettung
gebeutelt wurden, schien China unberührt weiter zu wachsen – und die
Waren aller Länder abzunehmen. Weltgrößter Exporteur ist China ohnehin
seit einigen Jahren. Wichtiger für die Handelspartner ist aber seine
Stellung als Importeuer. Obwohl viele Firmen inzwischen vor Ort
produzieren, war das Reich der Mitte 2011 Nummer zwei auf der Liste der
internationalen Kunden – für 1,7 Billionen US-Dollar wurden Waren aus
dem Ausland importiert, nur die USA führte mit einem Gegenwert von 2,3
Billiarden mehr ein.

Doch nun scheint das
Wachstumsparadies in Gefahr. Denn der unglaubliche Aufstieg der
vergangenen Jahrzehnte wurde mit Fehlentwicklungen erkauft, die nie
wirklich bekämpft wurden. Einige der wichtigsten sind das blühende
Schattenbanksystem, die steigende Verschuldung der Unternehmen und die
Preisblasen zum Beispiel bei Immobilien. Das will die neue Führungsriege
nun ändern und dreht als Erstes einmal den Geldhahn zu. Ein
notwendiges und wichtiges, aber gefährliches Manöver. Denn es wird die
chinesische Wirtschaft schwächen und damit einen der wichtigsten Kunden
der Weltwirtschaft.

Andererseits ist es natürlich immer
besser, Blasen kontrolliert platzen zu lassen. Ob das auf Dauer gelingt, ist
allerdings fraglich. Denn trotz beschränkter politischer Freiheiten ist
die Führung in China eben nicht in der Lage, alles zu kontrollieren. Bei
den Schattenbanken ist das nicht gelungen, ihre Verwicklung in die
Wirtschaft ist erheblich und von ihrem Ende geht eine erhebliche
Gefahr aus.

Anzunehmen also, dass die Entwicklung in
China nicht ohne Turbulenzen vonstatten geht – und die werden sich dann
ganz direkt auf die Finanzmärkte übertragen. Die asiatischen Börsen
haben sich bislang nur kleinere Schreckmomente gegönnt und die etablierten
Märkte haben das Thema bisher ignoriert. Chinas Schwäche ist an den
Finanzmärkten noch nicht eingepreist.

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Schlagwörter:
Ausland
1Kommentar
  1. Ich würde das nicht so pessimistisch sehen, mit der richtigen Unternehmensplanung kann man widerspenstigen Finanzmärkten sicher trotzen 😉

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