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Warren Buffett hält von Aktiensplits…

… eigentlich gar nichts. Denn der Hauptaktionär und Chef von Berkshire Hathaway hat auch bezüglich seiner Aktie ganz eigene Grundsätze. Keine Gewinnausschüttungen, keine Investor-Relations, die den Kurs stützen und keine Aktiensplits. Eigentlich. Am 20. Januar beschlossen nun die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung, die B-Aktie von Berkshire im Verhältnis 50:1 zu splitten.Woher also der Sinneswandel?

Statt für gut 3200 Dollar ist eine Berkshire Aktie jetzt also schon für 65 Dollar zu haben. Schuld daran ist der Kauf von Burlington Northern. Buffett hatte die Eisenbahngesellschaft im vergangenen November für 44 Milliarden Dollar übernommen. Und musste bei dem Deal gleich eine doppelte Kröte schlucken. Da nicht genug Bargeld vorhanden war, wurde ein Teil der Übernahme mit Berkshire-Aktien bezahlt. „Etwas, was ich hasse“, wie Buffett immer wieder betont. Doch damit nicht genug, Burlington notiert bei rund 100 Dollar. Um auch Aktionären mit wenigen Anteilen der Eisenbahngesellschaften einen Aktientausch zu ermöglichen, musste der Kurs von Berkshire runter, ein Split musste her.

Ein schwerer Schritt für Buffett, der bislang nur einmal mit der Schaffung der B-Aktie so etwas ähnliches wie einen Split vollzogen hatte. 1996 hatte er sich über Geschäftemacher geärgert, die seine damals rund 35000 Dollar teuere Berkshire-Aktie kauften und Anteile daran an Kleinanleger weitergaben – natürlich mit Aufschlag. Die B-Aktie entzogen diesem Geschäftsmodell die Grundlage.

Der Split wird den Handel der Berkshire-Aktie sicher beleben, das Unternehmen wird nun vielleicht in den S&P 500 aufgenommen (auf den freien Platz, den Burlington hinterlässt). Doch das dürfte Buffett wenig interessieren. Er tut wenig bis gar nichts für den Kurs seiner Firma am Aktienmarkt. Keine vierteljährliche Analystenkonverenz, keine Empfehlung der eigenen Aktien – bis vor ein paar Jahren betreute seine Sekretärin noch die Presse nebenher.

Für mich erstaunlicher ist, dass Buffett so lange so vehement dagegen gekämpft hat, seine Berkshire für jederman zugänglich zu machen. Immerhin ist Buffett der Mann der moralischen Grundsätze, der Mann der Obama unterstützt, fast sein komplettes Vermögen zu Lebzeiten spendet und des öfteren einen höhere Besteuerung für Reiche fordert. Doch eines hält er offensichtlich für legitim: Genau wie er für seine Aufsichtsräte eine gewisse finanzielle Unabhängigkeit voraussetzt, sollten auch seine Aktionäre zunächst einmal Geld haben – das galt zumindest bis zum 20. Januar 2010.

Lesen Sie auch mein Manual zu dieser Kolumne.

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