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Was kostet und schadet

Bis morgen haben die Bürger noch Zeit um Vorschläge für das „gefährlichste Finanzprodukt Europas“ einzureichen. Die
Initiative mag auf den ersten Blick pfiffig erscheinen, doch sie dient eher dem Image der Politiker, löst aber die
Probleme der Anleger nicht. Denn zu viel Regulierung schadet und kostet dem Bürger Geld!



Doch eins nach dem anderen: Sven Giegold, Mitglied der
Grünen Fraktion im Europaparlament, startete im Januar die Initiative „Europa
sucht das gefährlichste Finanzprodukt“. Die Bürger können bis 15. Februar noch
Vorschläge einreichen. Ziel ist – sofern möglich -, das gefährlichste Finanzprodukt zu verbieten. 



Giegold
schreibt über die gefährlichen Produkte, sie seien unnötig komplex oder
intransparent. Das gefährde den Verbraucherschutz, etwa weil Risiken
verschleiert beziehungsweise nicht marktgerecht bezahlt würden oder weil Wucherkosten mit
den Produkten verbunden seien. Sie würden Dritten schaden, etwa den Armen
weltweit und insbesondere bei der Spekulation auf Nahrungsmittel und Land… 



Unnötig
komplex und intransparent ist aber nahezu alles, wenn es ums Thema Geld geht.
War den Verbrauchern klar, dass sie mit Riester-Verträgen auch Geld verlieren können? Sind die Abschlußprovisionen bei
Lebensversicherung und Bausparverträgen nicht horrend? Komplex sind die
Produkte auf jeden Fall – nicht mehr und nicht weniger als viele andere
Finanzprodukte. Zum Beispiel schließen auch Bausparkassen Swapverträge ab – nur
das weiß der Bürger in der Regel nicht. Und wer überzeugt ist, dass die
Nahrungsmittelspekulanten die Preise treiben, sollte einen Blick auf die
langfristige Preisentwicklung von Weizen, Kaffee, Zucker, Fleisch, Milch, ect.
werfen. 



Das einfache Sparbuch wäre aber ebenfalls keine Lösung, da es bekanntlich keinen Inflationsausgleich bietet. Als „gefährlichstes Finanzprodukt“ taugt es aber ebenfalls nicht und ist daher bereits von der Wahl ausgeschlossen, ebenso wie zum Beispiel der Lottoschein oder eine Reihe weiterer Vorschläge.


Viel wichtiger als ein Verbot von einzelnen Produkten ist doch die Frage: Ist eine Regulierung des Produktangebots richtige
Weg? Der Bürger darf beim Thema Geldanlage nicht als komplett unmündig betrachtet
werden! Die Politik sollte den Verbrauchern an der Stelle ruhig mehr Verantwortung
zumuten, statt noch mehr Vorschriften zu erlassen, die die Möglichkeiten der Privatanleger beschränken. Denn sie sollten ihr Vermögen erhalten und mehren. 



Hinzu kommt: Auch die Regulierung kostet Geld. Seit
Jahren arbeitet die Politik daran, neue Vorschriften zu erlassen, die Banken
müssen sie umsetzen. Und wer bezahlt? Steuerzahler und Verbraucher. 

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1Kommentar
  1. gefährliche Finazprodukte stehen in abhängigkeit des hebels und der nicht vorhandenen eigenkapitalquote. ist der hebel klein und die eigenkapitalquote hoch wird es diese prodkukte in der form nicht mehr geben.

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