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Privatanleger besonnener als Profis

Die Profis überboten sich bekanntlich im vergangenen halben Jahr mit düsteren Prognosen zu Euro, Wirtschaftsentwicklung und Börsen. Doch der befürchtete GAU ist bislang nicht eingetreten. Privatanleger haben dagegen offenbar beherzt darauf gesetzt, dass uns nicht der Himmel auf den Kopf fällt. Es sieht ganz so aus, als würden sie recht behalten.

Wie die neueste Erhebung des Deutschen Aktieninstitut zeigt, hat sich die Gesamtzahl der Aktionäre und Besitzer von Aktienfondsanteilen in Deutschland im zweiten Halbjahr 2011 um rund 4,1 Prozent oder etwa 356 000 „bemerkenswert“ erhöht“, wie die Autoren schreiben. Insgesamt waren damit 8,7 Millionen Anleger direkt oder indirekt in Aktien investiert – das sind etwa 13,4 Prozent der Bevölkerung.

Interessant ist, dass die Zahl der Anleger, die direkt in Einzelaktien investiert sind, sogar den höchsten Stand der vergangenen fünf Jahre erreicht hat. Das DAI wertet das als „gutes Zeichen für die Stabilisierung der Aktienakzeptanz“. Allerdings ist Deutschland von den Höchstständen früherer Jahre noch weit entfernt. 2001 – das Jahr, in dem der Börsenboom zu Ende ging –waren 4,2 Millionen Deutsche mehr in Aktien investiert.

Offenbar haben sich insbesondere die Privatanleger von der Kursentwicklung nicht schrecken lassen. Zur Jahresmitte 2011 hatte der DaX noch bei über 7750 Punkten gestanden, stürzte dann aber regelrecht ab auf nur noch 5072 Purnket im Juli, seither schaffte er es nicht über die Marke von 6450 Punkten hinaus. Die niedrigen Kurse haben aber offenbar viele Privatanleger und insbesondere viele Direktanleger in Aktien zum Einstieg motiviert. Von den Kassandrarufen der Börsenexperten ließen sie sich offenbar nicht schrecken.

Diesen Trend bestätigt auch eine Untersuchung der dwpbank, eine der führenden deutschen Wertpapierabwicklungsbanken. Sie hat dafür fünf Millionen Privatanlegerdepots ausgewertet.  Demnach haben Privatanleger das schwache Aktienjahr 2011, in dem der Deutsche Aktienindex (DAX) rund 15 Prozent an Wert verloren hat, überwiegend zu Käufen an der Börse genutzt. Besonders während des Börsenabsturzes ab August übertrafen die Aktienkäufe der Privatinvestoren die Verkäufe sehr deutlich. Seither haben sich die Kurse kräftig erholt. In der Eurokrise hätten die Privatanleger damit antizyklisch und alles andere als ängstlich reagiert, folgert die dwpbank. „Privatanleger haben in der Eurokrise so gehandelt, wie es den institutionellen Investoren häufig unterstellt wird, gegen den Trend. Das zeigen die Daten für Schwäche- und Erholungsphasen gleichermaßen“, heißt es weiter. Gut möglich, dass die Privatanleger in Zeiten der Eurokrise damit die besseren Profis waren.

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