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Freitagsfrage – Wo gibt es bei Tagesgeld noch hohe Zinsen?

Die EZB gibt die Marschrichtung vor. Bei einem Leitzins von historisch niedrigen 0,75 Prozent nimmt es nicht Wunder, dass der Marktdurchschnitt bei Tagesgeldangeboten aktuell gerade mal bei einem Prozent liegt. Doch es gibt bei Tagesgeld noch interessante Ausreißer nach oben – und neue Produktvarianten, die auch für risikoscheue Anleger spannend sind.

Sieht man einmal von der führenden Wüstenrot Bank ab, die ihre Offerte nur Neukunden anbietet, rangieren derzeit im Tagesgeldvergleich von biallo.de gleich drei holländische Institute ganz oben im Ranking – mit Angeboten von 2,25 (Amsterdam Trade Bank) über 2,35 Prozent (moneyou, eine Tochter der ABN Amro) bis hin zu 2,4 Prozent (von der erst im Juni gestarteten Rabodirect, eine Tochter der Rabobank).

Trotz des niedrigen Leitzinses bieten immerhin mehr als 20 Institute aktuell zwei Prozent oder mehr. Die Gründe für die vergleichsweise hohen Zinsen können sehr unterschiedlich sein: In Zeiten von Basel III sehen einige Anbieter in Einlagen von Privatkunden eine willkommene Refinanzierungsquelle, gerade wenn andere Quellen nicht mehr so üppig sprudeln. Und manches Haus zahlt vergleichsweise hohe Zinsen als Preis für den Markteintritt in Deutschland oder für geplantes weiteres Wachstum. Daher gelten viele Angebot nur für Neukunden.

Doch ein zweiter Blick ist für Kunden wichtig: Es gilt, unbedingt auf die Einlagensicherung zu achten. Sicherheitsbewusste Anleger sollten bei Instituten mit Einlagensicherung nach EU-Mindestanforderung (100 000 Euro pro Kunde je Bank) nicht mehr Geld anlegen, als von der Einlagensicherung umfasst ist. Ob die Bank aktuell als solide gilt, kann man auch mit Blick auf ihre Ratings erkennen oder auf Credit Default Spreads, die laufend nachvollzogen werden können, sofern die Bank als Emittent von Schuldverschreibungen aktiv ist.

Von den Topangeboten im Tagegeldranking sticht aktuell das Angebot der rabodirect hervor, das sich an Neu- und Bestandskunden richtet. Ihre Mutter, die genossenschaftlich organisierte Rabobank gilt derzeit als eine der solidesten Banken, gemessen an hohen Ratings und vergleichsweise besonders niedrigen Credit Default Swaps.

Interessant sind auch ihre in Deutschland noch neuartigen Sparprodukte Spar30 und Spar90, die als Zwitter zwischen Tages- und Festgeld anzusehen sind. Man könnte auch sagen, es handelt sich um ein täglich revolvierendes Festgeld, da sich die Laufzeit von Tag zu Tag verschiebt. Will man an das Geld heran, muss man das ankündigen und dann jeweils 30 oder 90 Tage warten. Die Produkte lassen sich daher für Gelder nutzen, die man auf diese Sicht nicht benötigt . Zum Ausgleich dafür gibt es noch einen Zinsaufschlag auf den Tagesgeldsatz. Doch wie immer gilt auch hier: Alles hat Licht und Schattenseiten: Die Zinsen bei diesen Produkten sind nämlich, anders als bei herkömmlichem Festgeld, nicht fix über die Laufzeit festgeschrieben, sondern variabel. Zum Ausgleich bekommen Kunden eine Ausstiegsgarantie: Bei einer Zinssenkung seitens der Bank kann man das festgelegte Sparguthaben auch schon binnen 14 Tagen abbuchen.

Man darf gespannt sein, ob weitere Banken derartige Zwitter zwischen Tages- und Festgeld anbieten. Für Kunden, die einiges an Geld auf ihren Tagesgeldkonten geparkt haben und auf Sicht einiger Woche und Monate nicht brauchen, sind solche Produkte auf jeden Fall eine interessante Bereicherung.

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