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Der schräge Blick der Chinesen auf die Welt

Auf die Auswirkungen einer beliebten chinesischen Lektüre machte mich China-Kenner Philipp Vondran vom Vermögensverwalter Flossbach & von Storck aufmerksam. Er erzählte, dass er vor kurzem zur Hochzeit seines ehemaligen Chinesisch-Lehrers nach China gereist war und dort sehr häufig auf eine Buchreihe angesprochen wurde: „HuoBi ZhanZheng“, zu deutsch „Währungskrieg“ oder im englischen „Currency War“ genannt. Ich hatte darüber schon vor Jahren mal einen Bericht gelesen, aber das Thema als weniger wichtig betrachtet. Im Internet wie in anderen Medien erscheinen immer wieder Artikel über die beiden Currency-War-Bücher von Song Hongbing. Denn die Thesen sind teilweise mehr als abstrus. In China sind die Bücher jedoch extrem populär. In der westlichen Welt hat sie kaum jemand gelesen, da sie bislang nicht übersetzt wurden. Verfasst wurde „Currency War I“ und „Currency War II“ von einem Chinesen, der seit 1994 in den USA lebt.

Einfluss haben die Bücher weit mehr, als man denkt, doch zunächst ein paar Sätze zum Inhalt: Song vertritt die Meinung, dass die westliche Welt vor allem unter dem Einfluss einiger großer Privatbanken steht und das Bankhaus Rothschild zu den mächtigsten gehöre. Er erklärt, dass es ihn schockiere, dass die US-Notenbank eine privat geführte Bank sei, da Privatbanken Anteile an der FED hielten – so Informationen aus dem World Wide Web. Da ich der chinesischen Sprache nicht mächtig bin, muss ich mich an dieser Stelle auf fremde Quellen verlassen. Song soll in seinem Buch empfehlen, dass die Chinesen es in der Strategie den Juden, die bevorzugt Geschäfte unter Juden tätigen, gleichtun sollten. In einem Spiegel-Beitrag über das Buch heisst es: „Egal ob Waterloo, sechs tote US-Präsidenten, Hitlers Aufstieg, der Zusammenbruch der japanischen Wirtschaft, die Asienkrise oder die Umweltzerstörung – all diese unterschiedlichen Ereignisse aus zwei Jahrhunderten haben nach Meinung des chinesischen Bestseller-Autors eine gemeinsame Ursache: Die Kontrolle der internationalen Geldmärkte durch das Bankhaus Rothschild.“

Irreführende Thesen wie diese kann zwar jeder aufstellen. Das fatale ist jedoch, dass sie in der westlichen Welt schnell widerlegt würden. Die chinesische Regierung scheint die Thesen jedoch zu unterstützen und sorgt für die Verbreitung im Land. Für Regierungsvertreter und Beamte gehört das Werk mehr oder weniger zur Standardliteratur. So wird die Sicht der Chinesen auf die westliche Welt sehr einseitig geprägt und das Misstrauen gegenüber dem Westen wächst. Gut wäre es natürlich, wenn die Bücher schnell übersetzt würden. Dann hätte die westliche Welt eine Chance in eine echte Diskussion mit den Chinesen zu treten.

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