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CFD-Handel: Angekommen im Mainstream

Vor wenigen Jahren gab es CFDs (Contracts for Difference) nur bei Spezialanbietern, nun startet mit der comdirect eine weiterer große Direktbank mit umfassender Produktpalette ein CFD-Angebot. CFDs haben damit einen großen Schritt raus aus der Schmuddelecke geschafft.

Vergleichsweise groß ist das Produktspektrum der Comdirect Bank bei CFDs, denn sie hat rund 1200 Basiswerte im Angebot, das ist mehr als bei etlichen anderen Anbietern. Die Konditionen sind dagegen laut Beobachtern allenfalls Marktstandard – mit Ausnahme der Kosten für Aktien-CFDs: Hier verlangt die Bank eine satte Mindestgebühr von 9,90 Euro. Allerdings spielt die Musik bei CFDs eher bei Indizes, Rohstoffen und Währungen – und nicht bei Einzelwerten.

Für Comdirect und auch für andere große Häuser wie etwa Cortal Consors, das den Handel über die FX Direktbank abwickelt, dienen CFDs vor allem der Abrundung der Produktpalette. Kein Wunder, denn die Zahl der Anleger in Deutschland, die CFDs derzeit nutzen, lag nach Informationen der Steinbeis-Hochschule Berlin 2010 gerade mal bei gut 50 000, wenn auch mit steigender Tendenz. Andere Broker und große Filialbanken mit Onlinebrokerage, die CFDs bereits im Angebot haben, sind Flatex, Vitrade, Sparkassenbroker, Saxobank und die Postbank. Bei maxblue, dem Onlinebroker der Deutschen Bank, ist der Einstieg geplant, auch die DAB bank liebäugelt mit ihnen.

Contracts for Difference sind außerbörsliche Kursdifferenzgeschäfte. Der Preisbildungsprozess ist daher nur schwach kontrolliert, was in der Vergangenheit immer wieder Kritik von Anlegerschützern hervorgerufen hat. Anleger können gegen eine Sicherheitsleistung und mit Hebelwirkung auf steigende und fallende Kurse eines Basiswertes setzen. Sie müssen dafür nur einen Teil der tatsächlich im Basiswert bewegen Summe hinterlegen. Daraus ergibt sich die Hebelwirkung – und ein größeres Risiko der Geschäfte.

Ein Beispiel: Ein Anleger rechnet damit, dass eine Aktie steigen wird. Statt die Aktie direkt zu kaufen, erwirbt er einen CFD. Dabei möchte er zum Beispiel mit einem Hebel von zehn arbeiten. Er zahlt also zehn Euro, um eine Aktie im Wert von 100 Euro zu handeln. Wenn jetzt der Kurswert der Aktie auf 110 steigt, beträgt der Gewinn des CFD-Anlegers ebenfalls zehn Euro. Bezogen auf seinen Einsatz ist das aber ein Gewinn von 100 Prozent, auch wenn die Aktie selbst nur zehn Prozent zugelegt hat. Die andere Seite der Medaille: Der Hebel wirkt auch in die gegenteilige Richtung und beinhaltet daher ein hohes Risiko. Kein Wunder, dass es hartnäckigen Gerüchten zufolge bei CFD-Kunden eine hohe „Burn Rate“ gibt – Kunden also, die in kurzer Zeit ihr Geld verbrennen. CFDs sind also nur etwas für Kunden mit guten Nerven und einem strikten Risikomanagement.

Angebote und Konditionen von großen Onlinebrokern in Deutschland nicht bloß im CFD-Geschäft, sondern in allen wichtigen Produktbereichen (Aktien, Fonds, ETFs) habe ich für BÖRSE ONLINE neu aktualisiert. Das Tableau hilft Ihnen dabei, den Überblick im Gebührendschungel zu behalten – damit Sie den für sich passenden Onlinebroker leichter finden können.

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