Unser Blog zu Geldanlage, Börse und ETF

Home » Unser Blog zu Geldanlage, Börse und ETF » Aktien & Börse » Button-Lösung – Verwirrung bei Gratis-Wertpapierorders

Button-Lösung – Verwirrung bei Gratis-Wertpapierorders

Seit heute greifen neue gesetzliche Regelungen, die Verbraucher vor Abofallen und versteckten Kosten bei Geschäftsabschlüssen im Internet schützen sollen. Doch im Onlinebrokerage treibt das neue Recht seltsame Blüten.

Zum 1. August sind wichtige Änderungen im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) (insbesondere Paragraph 312 g) im Kraft getreten. Für Verbraucher soll das Risiko, in eine versteckte Kostenfalle im Internet zu tappen, damit deutlich verringert werden. Denn Verkäufer werden im elektronischen Geschäftsverkehr nun dazu verpflichtet, ihre Kunden in hervorgehobener Form – daher der Name Button-Lösung – insbesondere klar über die Kosten und die wichtigsten Vertragsbestandteile zu informieren. „Dieses Gesetz schützt Internet-Nutzer, damit sie nicht ungewollt in eine Abofalle tappen“, freut sich Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner.

Die so genannte Button-Lösung werde dazu beitragen, unseriöse Geschäftspraktiken im Internet einzudämme, hofft die Ministerin. In der Vergangenheit waren Verbraucher immer wieder auf Abofallen hereingefallen, da sie durch trickreich gestaltete Internetangebote und im Kleingedruckten versteckte Kosten über die tatsächlichen Kosten eines Angebots getäuscht wurden.

Doch ausgerechnet im Onlinebrokerage treiben das neue Recht seltsame Blüten. Das bekommen etwa Kunden der Onvista-Bank zu spüren, die unter bestimmten Umständen kostenlose Wertpapierkäufe tätigen können – etwa im Rahmen von Freetrade-Aktionen mit Zertifikateemittenten. Wegen der Gesetzesänderung ist der Broker jetzt gezwungen, bei jeder Ordererteilung den Button mit dem Zusatz „zahlungspflichtig“ hervorzuheben – auch dann, wenn die Order selbst de facto kostenfrei ist; den Gegenwert der georderten Wertpapiere muss man natürlich ohnehin bezahlen. Kunden von Onlinebrokern sollten sich also nicht wundern, wenn sie ab heute eine Freetrade-Order nochmals extra per Button bestätigen müssen.“Wir halten die neuen gesetzlichen Regelungen mit Blick auf Bank- und Brokerageleistungen für nicht zielführend“, meinte Michael Bußhaus von der Onvista-Bank gegenüber Börse Online – und befürchtet sogar negative Auswirkungen aufs Tradingverhalten der Kunden.

Ob es soweit kommt, bleibt dahingestellt. Klar ist, dass auch gut gemeinte Neureglungen wie die Button-Lösung unliebsame Nebeneffekte haben können.  Und es bleibt natürlich abzuwarten, ob findige Abzocker im Internet nicht doch wieder technische Lösungen finden, um arglosen Kunden einen Kostenlos-Abschluss vorzugaukeln – und dann horrende Geldforderungen durchsetzen möchten.

Weitere Beiträge
Schlagwörter:
PolitikZertifikate
0 Kommentare

Themen

Archiv

Autoren

Blog abonnieren

Unsere Bücher

Alle Bücher

Unser Team