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Bundesbank gibt den Aktienbullen Futter

Seit dem Allzeithoch von Mitte Mai ist die Unsicherheit bei den Aktienanlegern groß. Die Kurse schwanken wild hin und her, und so mancher fragt sich, ob dies schon das Ende der Hausse ist. In dieser nervösen Phase tut es gut, wenn ausgerechnet die als ultravorsichtig bekannte Deutsche Bundesbank den Aktienbullen Futter gibt.

Die Währunghüter haben in ihrem Mai-Monatsbericht untersucht, wie sich Europas Aktien in Relation zu den Dividenden entwickelt haben. Dies deshalb, weil das Dividendenbarwert-Modell (auch bekannt als Dividend Discount Model) als langfristig zuverlässigste Bewertungsmethode für Aktien gilt. Der faire Kurs wird als Summe aller abgezinster zukünftiger Dividendenzahlungen ermittelt.

Die Bundesbanker vergleichen den Kursverlauf des EuroStoxx 50 mit der Entwicklung von Dividenden und Unternehmensgewinnen. Und dabei zeigt es sich, dass seit Anfang 2003 Eurolands Leitindex nur minimal zugelegt hat, die Dividenden dagegen um 50 Prozent. Langfristig aber lege das Dividenden Modell “ ein identisches Wachstum beider Größen nahe.“ Daher erscheinen den Experten „europäische Aktien angesichts des relativ starken Dividendenwachstums in der Vergangenheit eher günstig bewertet“. Für die Bundesbank eine sehr mutige Aussage.

Die Autoren der Studie sind sich natürlich bewusst, dass für das Dividend Discount Model nicht die vergangenen, sondern die künftigen Dividendenzahlungen herangezogen werden. Und die müssen geschätzt werden. Da auch die Notenbanker keine Propheten sind, verwenden sie die Analysten-Schätzungen für die 50 EuroStoxx-Aktien, die bis 2017 reichen, sowie die Dividenden-Futures auf den Index bis 2022. Und die bestätigen die Annahme der Bundesbank voll und ganz, so dass sie zum Ergebnis gelangt, dass „…weder die in den letzten Jahren ausgeschütteten Dividenden noch die Messgrößen für zukünftig erwartete Dividenden Hinweise für eine nicht nachhaltige Aktienkursentwicklung des EuroStoxx 50“ liefern.

Für den DAX, auf den es keinen Dividenden-Future gibt, zeigt sich laut Bundesbank ein ähnliches Bild, da auch hier die „Dividenden seit 2003 deutlich stärker als die entsprechenden Aktienkurse“ gestiegen seien. Das ist sogar noch leicht untertrieben, denn beim DAX ist die Diskrepanz zwischen Kursniveau (hier muss man, um es mit dem EuroStoxx vergleichen zu können, den Kurs-DAX heranziehen, also den DAX ohne hinzugerechnete Dividenden) und Dividenden noch größer: Während sich die Ausschüttungssumme nahezu verdreifacht hat, ist der Kurs-DAX seit Anfang 2003 „nur“ auf knapp das Doppelte gestiegen.

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