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Angstbarometer signalisiert ruhige Zeiten

Der rasante Kursanstieg im DAX ist ein wenig beunruhigend. Wer mit Investoren spricht, spürt hier und dort leichte Skepsis, ob der schnelle Anstieg wirklich von Dauer ist. Doch der Blick in die Zahlen belehrt uns eines Besseren.

Zunächst ein Blick auf den Volatilitäts-DAX, gern auch „Angstbarometer“ genannt. Er zeigt die erwartete Schwankungsbreite der Märkte. Berechnet wird das Barometer anhand der Preise für DAX-Optionen mit 30 Tagen Restlaufzeit. Daraus wird sichtbar, wie die Erwartungen der Profis sind, sprich zu welchen Preisen sie Calls und Puts handeln. Aus den Kursen wiederum wird die Höhe der erwarteten Schwankungsbreite ermittelt.

Wichtig für die Interpretation: Je höher die implizite Volatilität, desto nervöser die Marktteilnehmer – und vice versa. Wie die jüngste Entwicklung zeigt, blicken die Akteure im Moment ganz entspannt in die Zukunft. Von seinem Rekordstand im November ist das Volatilitätsbarometer VDAX-New um mehr als die Hälfte eingebrochen und notiert derzeit bei knapp 25 Prozentpunkten.

Deutlich entspannt hat sich die Lage auch am langen Ende, hier sind die Volatilitäten ebenfalls stark eingebrochen. Für Optionen mit einem Jahr Laufzeit liegen sie bei rund 23 Prozentpunkten. Ganz langfristig betrachtet, liegen die Werte zwar noch über dem langjährigen Durchschnitt, sind aber auf dem besten Wege noch weiter zu fallen, wenn an den Märkten kein Störfeuer aufflammt.

Für Derivateanleger hat der Volatilitätseinbruch weitreichende Folgen: Optionen sind jetzt wieder deutlich preiswerter, während Strukturen wie Bonus- oder Discountzertifikate durch den Volatilitätseinbruch an Wert zugelegt haben. Wer einsteigen will, muss daher mit deutlich geringeren Renditen rechnen. Bei den Einzelwerten war der Einbruch meist nicht ganz so extrem wie im DAX. Die Rangliste der Einzelwerte mit den höchsten impliziten Volatilitäten im DAX führen derzeit Commerzbank, Deutsche Bank, Heidelberg Cement, ThyssenKrupp und Daimler an.

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